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Aktuelles Kapitel: Makuladegeneration
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Makuladegeneration

Was ist makuläre Degeneration?

Makuläre Degeneration ist eine Schädigung der Makula des Auges. Die Makula ist ein kleiner Bereich im hinteren Teil des Auges, durch den man feine Einzelheiten klar erkennen kann. Wenn die Makula nicht richtig funktioniert, nehmen wir das als Schleier oder Dunkelheit in der Mitte unseres Blickfelds wahr. Makuläre Degeneration betrifft sowohl das entfernte als auch das nahe Sehvermögen und kann manche Tätigkeiten, wie z.B. das Einfädeln einer Nadel oder das Lesen, schwierig oder unmöglich machen.
Makuläre Degeneration mindert zwar das Sehvermögen im zentralen Teil der Netzhaut, beeinträchtigt jedoch nicht das seitliche oder periphere Sehvermögen des Auges. Man kann zum Beispiel die Umrisse einer Uhr erkennen, aber nicht die Uhrzeit.
Makuläre Degeneration allein hat nicht völlige Blindheit zur Folge. Die Betroffenen haben auch weiterhin noch ein gewisses Sehvermögen und können sich selbst versorgen.

Wodurch wird makuläre Degeneration verursacht?

Die makuläre Degeneration kommt bei vielen älteren Menschen vor und ist Teil des natürlichen Alterungsprozesses des Körpers.
Die beiden häufigsten Arten altersbedingter makulärer Degeneration sind die "trockene" (atrophische) und "feuchte" (sezernierende) makuläre Degeneration.

"Trockene" (atrophische) makuläre Degeneration

Die meisten Menschen haben "trockene" makuläre Degeneration, die durch den Alterungsprozeß des Makulagewebes hervorgerufen wird. Der Sehverlust findet normalerweise allmählich statt.

"Feuchte" (exsudative) makuläre Degeneration

Die "feuchte" makuläre Degeneration betrifft etwa 10 % aller Fälle. Sie entsteht, wenn sich im Bereich der Aderhaut krankhafte Blutgefäße bilden. Aus diesen neuen Blutgefäßen sickert Flüssigkeit oder Blut unter und in die Netzhaut des Sehzentrums. Sie machen das zentrale Sehen verschwommen. Die Folge ist u.U. rapider und starker Sehverlust.

Was sind die Symptome der makulären Degeneration?

Die makuläre Degeneration kann bei verschiedenen Menschen verschiedene Symptome hervorrufen. In seinem Frühstadium ist das Leiden kaum merklich. Manchmal ist nur ein Auge vom Sehverlust betroffen, während das andere Auge über viele Jahre hinaus gut sieht.
Wenn jedoch beide Augen betroffen sind, wird der Verlust des zentralen Sehens schneller bemerkt. Folgende Zeichen deuten auf eine Sehverminderung hin:

  • Geschriebene Worte auf einem Blatt Papier erscheinen verschwommen
  • In der Mitte des Blickfelds erscheint eine dunkle oder leere Fläche
  • Gerade Linien sehen verkrümmt aus, wie in der folgenden Darstellung (siehe Amsler-Netz weiter unten)

Wie wird eine makuläre Degeneration festgestellt?

Viele Menschen wissen nicht, daß Sie an einer Makuladegeneration leiden, bis es zu einer deutlichen Sehverminderung kommt. Ihr Facharzt für Augenkrankheiten kann die makuläre Degeneration im Frühstadium mit folgenden Untersuchungen feststellen:

  • Ophthalmoskopie:
    Ophthalmoskopische Untersuchung der Makula mit einem Augenspiegel
     
  • Amsler-Netz:
    Der Patient betrachtet ein Raster (Amsler-Netz, siehe unten)
     
  • Fluorescein-Angiographie:
    Manchmal werden Spezialaufnahmen oder Fluoreszein-Angiogramme gemacht, die zur Feststellung krankhafter Blutgefäße unter der Netzhaut dienen. Der fluoreszierende Farbstoff wird in eine Armvene injiziert. Während der Passage des Farbstoffes durch die Blutgefäße am Augenhintergrund wird der Augenhintergrund photographiert.

Wie wird makuläre Degeneration behandelt?

Trotz fortlaufender medizinischer Forschung ist die "trockene" makuläre Degeneration bisher unheilbar. Manche Ärzte sind der Meinung, daß Ernährungszusatzmittel die Zunahme der makulären Degeneration verlangsamen. Dies ist jedoch noch nicht erwiesen. Die Behandlung dieses Leidens konzentriert sich darauf, dem Menschen zu helfen, mit der verminderten Sehkraft zu leben.
In seltenen Fällen kann die "feuchte" makuläre Degeneration in einem Frühstadium durch eine Laseroperation mittels einen kurzen und normalerweise ambulant durchgeführten Laser-Eingriff behandelt werden. Bei diesem Laser-Eingriff wird ein hochfokussierter Laserstrahl dazu verwendet, die krankhaften und undichten Blutgefäße zu verschließen. Obwohl ein kleiner, permanenter "blinder Fleck" an der Wirkstelle des Laserstrahls verbleibt, kann in Sonderfällen der Patient seine Sehfähigkeit stabilisieren.
Trotz fortschrittlicher medizinischer Behandlung erleiden Menschen mit makulärer Degeneration einen gewissen Verlust ihrer Sehkraft.
Ihr Facharzt für Augenkrankheiten kann optische Lesehilfen verschreiben. Darüber hinaus gibt es eine breite Palette unterstützender Dienste und Rehabilitationsprogramme, die Menschen mit makulärer Degeneration helfen, auch weiterhin ein ausgefülltes Leben zu führen.
Weil das seitliche Blickfeld normalerweise nicht betroffen ist, ist die dem Menschen verbleibende Sehkraft u.U. sehr nützlich. Oft sind die Menschen auch weiterhin in der Lage, ihren normalen Tätigkeiten nachzugehen, indem sie optische Sehhilfen, wie z.B. Lupen, Videovergrößerungsapperate, großgedrucktes Lesematerial oder Audio- und computergestützte Sehhilfen verwenden.

Untersuchung Ihrer Sehkraft mit dem Amsler-Raster

Mit einem Amsler-Raster (siehe Abbildung unten) können Sie Ihre Sehkraft täglich überprüfen. Damit stellen Sie möglicherweise Veränderungen fest, die Ihnen sonst nicht auffallen würden. Wenn Sie den Raster z.B. an Ihre Kühlschranktür heften, werden Sie täglich daran erinnert, einen Blick darauf zu werfen.

Verwendung des Rasters

1.Setzen Sie Ihre Lesebrille auf, und halten Sie den Raster in etwa 30 - 38 cm Entfernung bei guter Beleuchtung.
2.Ein Auge abdecken.
3.Mit dem nicht abgedeckten Auge genau auf den Punkt in der Mitte sehen.
4.Indem Sie genau auf den Punkt in der Mitte sehen, beachten Sie, ob alle Linien auf dem Raster gerade sind oder ob gewisse Bereiche verkrümmt, verschwommen oder dunkel sind.
5.Wiederholen Sie den Vorgang mit dem anderen Auge.
6.Wenn irgendein Bereich auf dem Raster gewellt, verschwommen oder dunkel aussieht, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Augenarzt in Verbindung.

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