AUGENHEILKUNDE 212/1998HEFT 5

Abstracts:


S. 252-256 (Art. 283)

Bildgebende Verfahren in der Diagnostik von intraokulären Läsionen bei Kindern
Unbekannter Autor

Hintergrund Eine sichere klinische Diagnose von intraokulären Läsionen bei Kindern sollte so schnell wie möglich gestellt werden können, da differentialdiagnotisch immer die Möglichkeit eines Retinoblastoms besteht.

Patienten und Methoden Im Folgenden beschreiben wir an Hand von vier klinischen Fällen unser Vorgehen in der Diagnostik von intraokulären Läsionen, beruhend auf unserer Erfahrung mit 418 Kindern seit 1970 und der Literatur. Bei ungetrübten Medien wird eine Zeichnung sowie eine Fotodokumentation des Fundus erstellt. Eine Echographie wird bei allen Kindern durchgeführt. Biomikroskopische Ultraschalluntersuchungen erfolgen bei allen Läsionen mit Verdacht auf Beteiligung des vorderen Segmentes.

Ergebnisse Zeigt die Echographie keine Verkalkungen, ist eine computertomographische Untersuchung (CT) indiziert. Die CT-Untersuchung ermöglicht es auch, eine mögliche lokoregionale Ausbreitung, z.B. die Beteiligung des N. opticus, zu diagnostizieren. Die Kernspintomographie (MRI) ist die Methode der Wahl zur Untersuchung von sekundären Netzhautablösungen, von einer massiven Infiltration durch ein Retinoblastom und zur Früherkennung eines möglichen Befalls der Epiphyse (Pinealoblastom) sowie vom möglichen Befall weiterer benachbarter Strukturen. Hingegen ist eine CT- oder MRI-Untersuchung beim Vorliegen eines unilateralen unifokalen sporadischen Retinoblastoms nur dann angezeigt, wenn der Verdacht auf einen Befall des N. Opticus oder der Orbita besteht.

Schlußfolgerung Die Echographie bleibt ein kostengünstiges, schnelles und sicheres Verfahren zur Diagnosestellung selbst von schwierigen Fällen.

Schlüsselwörter Bildgebende Verfahren - Fundusphotographie - Echographie - biomikroskopische Echographie - Kernspintomographie - Computertomographie - intraokuläre Tumore bei Kindern - Retinoblastom

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S. 257-258 (Art. 284)

Quantification of intrastromal micro-dot deposits in the cornea of long-term contact lens wearers
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Bei langjährigen Kontaktlinsenträgern haben wir vor kurzem eine stromale Veränderung der Hornhaut beschrieben, welche aus kleinen hochreflektiven Strukturen (micro-dots) besteht. Zur exakteren Quantifizierung dieser Veränderung haben wir ein klinisch praktikables Meß- und Zählverfahren etabliert.

Material und Methoden Die micro-dots lassen sich in optischen Schnitten mit dem konfokalen Mikroskop darstellen. Um die tatsächlich abgebildete Schichtdicke zu ermitteln, etablierten wir ein in vitro Modell mit Agargel und darin homogen verteilten Latexpartikel unterschiedlichen Durchmessers.

Ergebnisse Stereologische †berlegungen erlaubten die Berechnung der konfokal abgebildeten Schichtdicke, welche mit der Reflektivität und Größe der dargestellten Partikel sowie der Apertur des Objektives des konfokalen Mikroskops variiert. Aus der Schichtdicke und der Größe des Beobachtungsfeldes ließ sich wiederum die Dichte dieser hochreflektiven Strukturen errechnen.

Schlußfolgerungen Bei langjährigen Kontaktlinsenträgern ist eine Quantifizierung der von uns bisher nur semiquantitativ erfaßten Veränderungen nun relativ exakt möglich. Dadurch kann der Langzeitverlauf einer Kontaktlinsenexposition bezüglich der Zunahme stromaler degenerativer Veränderungen dokumentiert werden.

Schlüsselwörter konfokales Hornhautmikroskop - Kontaktlinsen - Nebenwirkungen

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S. 259-260 (Art. 285)

Endoskopie der Tränenwege
Unbekannter Autor

Arbeitsergebnis Die Studie zeigt eine neue Untersuchungstechnik der Tränenwege : die Endoskopie. Sie veranschaulicht anhand von einigen Fällen die Vorteile und läßt neue Therapiemethoden für die Tränenwege gedeihen.

Methodik und Patienten Die 72 Patienten, welche in der Zeit zwischen November 1995 und Mai 1996 mittels Endoskopie untersucht wurden, wiesen alle eine klare pathologische Veränderung auf, sei es eine Epiphora, eine chronische - oder eine akute Dakryocystitis in der Remissionsphase. Einige Patienten wurden gleichzeitig mittels Dakryocystorhinographie radiologisch untersucht.

Ergebnisse Bei allen Fällen war es möglich, die Ursache der Epiphora oder der Dakryocystitis zu ergründen, wobei dies bei den Fällen, welche mittels beider Techniken untersucht wurden, viel deutlicher durch die Endoskopie zum Ausdruck kam.

Diskussion und Zusammenfassung Die Tränenwegsendoskopie ist die beste Untersuchungsmethode der Tränenwege und dürfte in näherer Zukunft die Dakryocystorhinographie ersetzen.

Schlüsselwörter Endoskopie - Tränenwege - Dakryocystorhinographie

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S. 261-263 (Art. 286)

Effect of aging on retinal nerve fiber layer thickness using scanning laser polarimetry
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Gesichtsfeldausfälle als Zeichen von Nervenfaserschädigungen bei Glaukompatienten sind ein Spätzeichen dieser Erkrankung. Mit der Laser-Polarimetrie sollen Nervenfaserschädigungen bereits im Frühstadium erkannt und im Verlauf beobachtet werden können.

Material und Methode Bei 54 normalen Augen von 54 Probanden (14 bis 83 Lebensjahre) wurde mit einem Laser-Scanner-Polarimeter (Nerve Fiber Analyzer II) die Nervenfaserschichtdicke (NFSD) bestimmt. Die Dickenmessungen erfolgten entlang einer an die Papillengröße angepaßten Meßellipse mit 1,75fachen Papillendurchmesser. Für jeden Probanden wurde zur Auswertung aus jeweils drei Messungen ein Durchschnittsbild errechnet. Die Meßellipse wurde durch die Software des Herstellers in 4 Sektore aufgeteilt. Alle Messungen wurden durch den gleichen Untersucher durchgeführt. Alle untersuchten Augen wiesen eine unauffällige augenärztliche Untersuchung, Augeninnendruckmessung und Computerperimetrie auf.

Ergebnisse Die durchschnittliche NFSD war im superioren (91,3 mmB16,7 mm) und inferioren Sektor (90,8 mmB 15,6 mm) dicker als im temporalen (53,7 mmB15,4 mm) und nasalen (60,0 mmB14,8 mm). Es zeigte sich eine invers lineare Korrelation zwischen dem Lebensalter und der totalen NFSD (Pearson's Korrelationskoeffizient rpP0,30, p < 0,025). Durchschnittlich nahm die totale NFSD um 2,5 mm pro 10 Lebensjahre ab. Die NFSD variierte interindividuell, auch innerhalb einer Altersklasse, extrem stark (durchschnittliche Standardabweichung (sø)p16,1 mm). Intraindividuell variierte die NFSD wesentlich weniger (søp6,6 mm).

Schlußfolgerung Die NFSD nimmt beim Gesunden mit zunehmendem Alter ab. Die durchschnittliche interindividuelle Standardabweichung der NFSD ist, auch nach Berücksichtigung der Altersklassen, wesentlich größer als die intraindividuelle. Somit könnte das Verfahren der Laser-Scanning-Polarimetrie vor allem für die Verlaufsbeobachtung der NFSD wertvoll sein.

Schlüsselwörter Retinale Nervenfaserschicht - Laser-Scanning-Polarimetrie - Altersvergleich - Verlaufsbeobachtung

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S. 264-267 (Art. 287)

Digital internet-based ophthalmological image database
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Ziel Ein ophthalmologisches Bildarchiv rationell und einfach verwalten.

Methoden Fundus-, Makroaufnahmen und simultane ICG- und Fluoresceinangiographiebilder wurden mit Personalcomputern und UNIX-Workstations aufgenommen, bzw. archiviert. Die Bilddaten wurden auf beschreibbare CDs übertragen und in einem Jukebox-Server gespeichert. Nach einer Abfrage werden Bildinformationen auf dem WWW-Server auf dynamische "Hypertext Markup Language" (html) konvertiert. Die auf diese Weise vorbereiteten Daten können über netz-verbundene Client-Computer mit unterschiedlichen Browser-Programmen betrachtet werden. Die Kommunikation mit auswärtigen Augenärzten wurde mit E-mail realisiert.

Resultate Unterschiedliche Computer (PC, MAC, Workstations) und Betriebsysteme (Windows 3.11, 95, NT, MacOS, UNIX, usw.) können als Clients eingesetzt werden. Die Kommunikation mit dem Server-Computer wurde mit gewöhnlichen Internet-Programmen (Internet Explorer, Netscape Navigator, usw.) realisiert. Dank intuitiver graphischer Benutzeroberfläche ist die Bedienung der Programme einfach und benötigt keine speziellen Computerkenntnisse.

Schlußfolgerungen Verglichen mit der konventionellen Archivierung hat das von uns entwickelte Bildarchivierungssystem viele Vorteile: es ist rund um die Uhr in Betrieb, Bilder können ohne Qualitätsverlust kopiert und gespeichert werden, die Digitalbilder können einfach in andere Applikationen integriert werden, es kann ohne spezielle Computerkenntnisse verwendet werden, es ist einfach erweiterbar und kompatibel mit allen neueren Computersystemen.

Schlüsselwörter Indocyaningrün Angiographie - Fluoreszeinangiographie - digitale Angiographie - digitale Bildverarbeitung - Internet - Intranet

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S. 268-269 (Art. 288)

The pressure lowering effect of Latanoprost 0.005%
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Fragestellung Im Affenversuch konnte gezeigt werden, daß Latanoprost 0,005% den uveo-skleralen Abfluß des Kammerwassers stark erhöht. Es fragt sich, ob beim Menschen, mit seiner vom Affen verschiedenen Abflußkinetik, der Druck ebenfalls durch die Verbesserung des Abflusses gesenkt wird.

Patienten und Methoden 9 gesunde Probanden wurden vor und 12 h nach Gabe eines Tropfens Latanoprost 0,005% mittels einem Farbtest untersucht. 2-Nitrophenolacetat diffundiert rasch in die Vorderkammer und wirkt optisch als Gelbfilter. Die Substanz wird durch den Kammerwasserfluß ausgewaschen. Je besser der Abfluß des Kammerwassers, desto schneller schwindet der Filtereffekt. Das okular Photometer quantifiziert diese Gelbfärbung (OPM).

Resultat Die Eliminationshalbwertszeit des Farbstoffes nach Latanoprost 0,005% (tgp0,0050) ist deutlich schneller als ohne Latanoprost 0,005% (tgp0,0096) Die Korrelation ist hochsignifikant korreliert zur Drucksenkung (r2=0,5968).

Schlußfolgerungen Mit der Farbstoffverdünnungsmethode läßt sich der verbesserte Abfluß des Kammerwassers nach Latanoprost 0,005% belegen. Die Differenzierung nach trabekulärem oder uveo-skleralem Abfluß ist zwar nicht möglich, doch kann mit der neuen Methodik klar unterschieden werden, ob ein Medikament durch Drosselung der Kammerwasserproduktion oder durch die Abflußverbesserung den Druck senkt.

Schlüsselwörter Kammerwasserkinetik - Farbstoffverdünnung - Nitrophenolacetat - Glaukom

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S. 270-274 (Art. 289)

Influence of mental and physical stress on intraocular pressure - a pilot study
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Einfluß phasischer Stressoren auf das Verhalten des Augeninnendruckes (IOP) bei gesunden Probanden zu untersuchen.

Probanden und Methoden Bei 15 augen- und allgemeingesunden Nichtrauchern (m : wp8 : 7; Durchschnittsalter 25,4 Jahre) wurde der IOP in Abhängigkeit von der psychischen (Test: Computerspiel) und physischen Belastung (Test: Fahrradergometer) untersucht. Gemessen wurden der IOP, der Blutdruck und die subjektive Streßbelastung (standardisierte Skala). Die statistische Analyse des Augeninnendruckes erfolgte nach Berechnung intraindividueller z-Scores, um die interindividuelle Varianz zu berücksichtigen. Für die Blutdruckunterschiede wurde der Students-t-Test angewendet.

Ergebnisse Bei beiden Stressoren erhöhte sich der systolische Blutdruck. Dagegen kam es nur beim Computerspiel zu einer statistisch signifikanten IOP-Erhöhung (pp0,048).

Diskussion Bei ähnlicher Reaktion des Blutdruckes kam es nur bei der psychischen Streßsituation zu einem IOP-Anstieg. Dies deutet auf verschiedene Regelkreise innerhalb des autonomen Nervensystems hin, indem der IOP unabhängig vom Blutdruck kontrolliert wird. Zudem zeigte sich, daß der IOP tatsächlich durch mentalen Streß erhöht werden kann.

Schlüsselwörter Glaukom - intraokularer Druck - Blutdruck - Streß

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S. 275-277 (Art. 280)

Results of combined trabeculectomy and lens implantation
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Wenn Trabekulektomie und Kataraktoperation mit intraokularer Linsenimplantation kombiniert werden, stellt sich die Frage, ob sich die Erfolgs- und Komplikationsraten der beiden Eingriffe addieren.

Material und Methoden Nachuntersuchung von 47 Augen von 34 Patienten nach kombinierter Trabekulektomie mit Kataraktoperation und intraokularer Linsenimplantation vor 12 bis 42 Monaten.

Ergebnisse Bei geringer perioperativer Komplikationsrate lag der Augeninnendruck nach einem Jahr bei 90% der Augen unter 22 mm Hg ohne Therapie und bei 98% unter 22 mm Hg mit zusätzlicher Therapie. Nach zwei und drei Jahren lag der Augeninnendruck ohne drucksenkende Therapie bei 83% der Augen unterhalb 22 mm Hg. Die Sehschärfe war nach einem Jahr in 89% gleich gut oder besser als vor der Operation.

Schlußfolgerung Die Kombination von Trabekulektomie und Kataraktoperation mit intraokularer Linsenimplantation führt bei geringer perioperativer Komplikationsrate zu guter Drucksenkung und visueller Rehabilitation. Bei Indikation zur Trabekulektomie darf deshalb die Indikation zur gleichzeitigen Kataraktoperation mit intraokularer Linsenimplantation eher etwas großzügig gestellt werden.

Schlüsselwörter Glaukom - Trabekulektomie - Katarakt - Kataraktoperation - Intraokularlinse

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S. 278-279 (Art. 291)

Intracameral lidocaine as an addition to topical tetracaine anesthesia in clear corneal phacoemulsification
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die Tetracaintropfanästhesie überzeugt uns bei der Clear Cornea Phacoemulsifikation seit 1992. Intrakamerales Lidocain wird vereinzelt seit 1996 bei der Kataraktoperation eingesetzt.

Patienten und Methoden Wir untersuchten die Wirksamkeit von Lidocain 1% intrakameral mit 2% Methylen Blau gefärbt bei 600 Phacoemuslifikationen. Wir applizierten 0,3 ml Lidocain 1% unter dem Schutz eines Viskoelasticums im Verlaufe der Operation zweimal über die Iris. Nach wenigen Sekunden Einwirkungszeit wurde das Lidocain wieder aus der Vorderkammer entfernt.

Ergebnisse Die postoperativen Schmerzen wurden durch das intrakamerale Lidocain für 1 bis 2 Stunden vollständig eliminiert. In keinem Fall konnten wir negative postoperative Reaktionen am Auge beobachten. Durch die Verwendung von intrakameralem Lidocain konnte die prä-und postoperative systemische Schmerzmedikation vollständig weggelassen werden. Dies hat sich vor allem bei älteren, ambulant operierten Patienten als großen Vorteil erwiesen. Die Markierung des Lidocains mit Methylenblau 2% verhindert Verwechslungen und unterstreicht die Bedeutung der Substanz. Ein intrakameraler blauer Flow zur Beurteilung der Verteilung des Lidocains konnte damit nicht realisiert werden.

Schlußfolgerung Intrakamerales Lidocain stellt eine ideale Ergänzung zur Tetracaintropfanästhesie bei der Phacoemulsifikation dar.

Schlüsselwörter intrakamerales Lidocain - intrakamerales Methylenblau - Clear Cornea Phacoemulsification - Tetracain-Tropfanästhesie

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S. 280-282 (Art. 292)

Clear Lens Extraction (CLE) in high myopic eyes
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Fragestellung Ist die Extraktion der klaren Linse kombiniert mit Implantation einer Intraokularlinse, eine sichere, genaue und reproduzierbare Methode zur Korrektur der hohen Myopie? Entsprechen die visuellen Ergebnisse den Erwartungen der Patienten?

Methode Retrospektive Analyse von 40 Augen mit axialer Bulbuslänge von mehr als 27 mm, bei denen eine Phakoemulsifikation mit Implantation einer Intraokularlinse durchgeführt wurde. Mittlere Nachbeobachtungszeit 46,4B32 Monaten (min. 17, max. 118). Analysierte Parameter: unkorrigierter und bestkorrigierter postoperativer Visus, Vergleich der prä- und postoperativen Sehschärfe, intra- und postoperative Komplikationen, Voraussehbarkeit der postoperativen Refraktion, subjektive Wertung der visuellen Ergebnisse.

Ergebnisse Axiale Bulbuslänge 30,63B2,0 mm (min. 27, max. 36,8 mm). Präoperative Myopie P14,50B3,6 dpt. Bestkorrigierter präoperativer Fernvisus 0,40B0,19 (min. 0,1, max. 0,8). Bestkorrigierter postoperativer Fernvisus 0,71B0,25 (min. 0,16, max. 1,25). Kein Patient erlitt eine Reduktion des bestkorrigierten Fernvisus. Im postoperativen Verlauf war bei 20 von 40 Augen nach einem Zeitintervall von durchschnittlich 22,9 Monaten eine Nachstardiszision nötig. Bis heute sind in keinem Fall postoperativ Netzhautablösungen aufgetreten. Ein Auge erlitt ein zystoides Makulaödem. Alle Patienten haben sich als zufrieden bis sehr zufrieden erklärt.

Schlußfolgerungen Die Extraktion der klaren Linse mit Implantation einer Intraokularlinse stellt bei hochgradiger Myopie eine sichere und für die Patienten sehr zufriedenstellende Alternative zur refraktiven Hornhautchirurgie dar. Die Genauigkeit und die Sicherheit der Methode rechtfertigen ihre Anerkennung als effiziente chirurgische Therapie der hohen Myopie.

Schlüsselwörter Clear Lens Extraction - hochgradige Myopie

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S. 283-285 (Art. 293)

Intraocular pressure variations after peribulbar and retrobulbar anaesthesia for standard cataract surgery
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Prospektive Studie der Zunahme des intraokularen Druckes (IOD) nach retro- und peribulbärer Injektion einer bestimmten Anästhetikummenge.

Patienten und Methoden In der Gruppe 1 verabreichte man 30 Augen von 30 Patienten vor der Kataraktoperation eine peribulbäre Injektion mit 9 ml Anästhetikum durch die Haut im inferotemporalen Sektor. In der Gruppe 2 verabreichte man im gleichen Sektor 30 Augen von 30 Patienten eine retrobulbäre Injektion durch die Bindehaut mit 5 ml Anästhetikum. Der IOD wurde vor und sofort nach der Injektion gemessen, sowie nach 10 Minuten extraokulärer Kompression. Glaukomatöse Augen wurden von der Studie ausgeschlossen.

Ergebnisse Die unmittelbare Zunahme des IOD nach Injektion betrug 16,10 (95% Vertrau-Intervall 11,58/20,62) mm Hg in der Gruppe 1 und 1,76 (0,76/2,76) mm Hg in der Gruppe 2. Nach 10minütiger Kompression zeigte der IOD, im Vergleich mit dem preoperativen Wert, eine Zunahme von 0,97 (P1,06/c3) mm Hg in der Gruppe 1 und eine Abnahme von 2,97 (P3,98/P1,96/) mm Hg in der Gruppe 2.

Schlußfolgerungen Die peribulbäre Injektion braucht, im Vergleich mit der retrobulbären Injektion, ein größeres Volumen an Anästhetikum. Das bewirkt eine bemerkenswerte Zunahme des IOD während mehreren Minuten. Dieser Typ von lokaler Anästhesie ist, unserer Meinug nach, bei Operationen glaukomatöser Augen (Katarakt und Trabekulektomie) kontraindiziert.

Schlüsselwörter Peribulbär - retrobulbär - Anästhesie - Katarakt - intraokularer Druck

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S. 286-288 (Art. 294)

Gibt es bei Trochlearisparese einen Unterschied zwischen primärem und sekundärem Schielwinkel?
Unbekannter Autor

Hintergrund Bei einer Augenmuskelparese nimmt der Schielwinkel zu, wenn bei Fixation eines Sehobjekts die Führung vom nichtbetroffenen Auge auf das von der Parese betroffene Auge übergeht. Dieser Unterschied zwischen primären und sekundärem Schielwinkel gilt als klassisches Symptom einer Parese der geraden Augenmuskeln und wird beschrieben durch das Gesetz von Hering. Ziel der vorliegenden Arbeit ist, bei Fällen mit Trochlearisparese zu prüfen, ob auch die Größe der jeweiligen Zyklodeviation bei Fixation mit dem von der Parese betroffenen Auge größer ist als bei Fixation mit dem anderen Auge.

Methode Es wurden zwei Patiengruppen untersucht: 54 Patienten mit Trochlearisparese wurden retrospektiv und 14 frische traumatische Trochlearisparesen wurden über einen Zeitraum von 6 Monaten prospektiv untersucht. Die Messungen erfolgten in der 1. bis 7. Woche nach Beginn der Parese und 4 bin 6 Monate später. Bei beiden Gruppen wurde die Zyklodeviation mittels eines Dunkelrotglases an der Tangentenskala gemessen.

Ergebnisse In der Mehrzahl der Fälle beider Gruppen war der sekundäre Winkel der Exzyklodeviation größer als der primäre. Dieser Unterschied war umso geringer, je später die Messung erfolgte.

Schlußfolgerung In beiden Patientengruppen war der Unterschied zwischen primärem und sekundärem Schielwinkel statistisch nicht signifikant.

Schlüsselwörter Trochlearisparese - Zyklodeviation - Gesetz von Hering - Sekundärer Schielwinkel

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S. 289-290 (Art. 295)

Skew deviation und Prognostik der Restitutio ad integro
Unbekannter Autor

Hintergrund Die Skew-Deviation ist eine Störung des vertikalen Gleichgewichts bedingt durch eine pränukleäre Läsion. †ber die Spontanevolution der vertikalen Diplopie im Rahmen einer Skew-Deviation ist wenig bekannt.

Ziel Beschreibung von klinischen Fällen sowie der €tiologie und der Spontanevolution bei Patienten mit einer Skew Deviation.

Methode Retrospektive Studie von 29 Patienten diagnostiziert mit Skew Deviation zwischen 1993 bis 1996.

Resultate Die am häufigsten angetroffene €tiologie war ein zerebraler ischämischer Insult mit mesencephalischer Lokalisation. Andere neuroophthalmologische Anomalien waren immer mit einer vertikalen Diplopie vergesellschaftet. 69,2% der Patienten waren vollkommen asymptomatisch nach 7,5 Monate; 30,8% waren symptomatisch (Diplopie). Ein Patient wurde operiert, drei brauchten Prismen und ein brauchte Okklusion.

Schlußfolgerung An das mögliche Bestehen einer Skew-Deviation muß immer gedacht werden, wenn eine vertikale Deviation nicht auf eine muskuläre Störung, auf eine periphere okulomotorische Paresie oder auf eine nukleäre Läsion zurückgeführt werden kann. Die vertikale Diplopie im Rahmen einer Skew-Deviation ist in den meisten Fällen transitorisch und verlangt keine Behandlung mit permanenten Prismen oder mittels Chirurgie.

Schlüsselwörter Skew-Deviation - Diplopie

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S. 291-293 (Art. 296)

Chirurgische Behandlung des akkommodativen Konvergenzexzesses. Studie von 50 operierten Fällen
Unbekannter Autor

Hintergrund Der akkommodative Konvergenzexzess kann in Kombination mit jeder anderen Schielform auftreten. Mikrostrabismen und vollakkommodative Esotropien mit akkommodativem Konvergenzexzess stellen aufgrund ihrer sensorischen Möglich- keiten prognostisch günstige Formen dar.

Methode 50 Patienten (Gruppe Ap35 Mikrostrabismen mit akkommodativem Konvergenzexzess, Gruppe Bp15 vollakkommodative Esotropien mit akkommodativem Konvergenzexzess) wurden in der Abteilung für Strabologie in Lausanne untersucht und mit einer retroäquatorialen Myopexie nach Cüppers (Faden bei 13 mm ab Originalansatz beider Mm. recti interni) operiert.

Ergebnisse Gruppe A: Die durchschnittliche Winkelreduktion in der Nähe beträgt 25D, die Reduktion des Fernwinkels 6D. Gruppe B: Die Reduktion des Nahwinkels beträgt 20D, die des Fernwinkels 6D. 75% der Patienten in der ersten Gruppe zeigten nach dem Eingriff Binokularfunktionen, dies sowohl in der Ferne als auch in der Nähe. In der zweiten Gruppe machten nach dem Eingriff alle Patienten normale Angaben am Stereotest nach Lang.

Schlußfolgerungen In beiden analysierten Gruppen erwies sich die retroäquatoriale Myopexie beider Mm. recti interni als befriedigende Lösung für Patienten, die nicht bereit waren, eine Bifokalbrille weiterzutragen.

Schlüsselwörter Akkommodativer Konvergenzexzess - Mikrostrabismus - Fadenoperation

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S. 294-295 (Art. 297)

Asthenopische Beschwerden im Vertebro-zervikalen Syndrom
Unbekannter Autor

Zusammenfassung Das Vertebro-Zervikale Syndrom ist als Dysfunktion der kranio-zervikalen Verbindung definiert. Die Unbekannter Autoren berichten über Patienten mit dem kranio-zervikalen Syndrom und asthenopischen Beschwerden. Fusion und Accommodation waren bei allen Patienten reduziert und ein Grund für verspätete Wiederaufnahme der Arbeit. Die Behandlung der Fusion war wegen vorbestehender Kopfschmerzen langwierig, schwierig und nicht in allen Fällen erfolgreich. Depression und langandauernde Arbeitslosigkeit waren Faktoren für eine schlechten Prognose. Asthenopische Beschwerden sollten als solche erkannt, und nicht mit einer Versicherungsneurose verwechselt werden.

Schlüsselwörter Asthenopische Beschwerden - Vertebro-Zervikales Syndrom

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S. 296-298 (Art. 298)

Augenmuskeloperation und Ischaemie des vorderen Abschnitts
Unbekannter Autor

Hintergrund 1957 wurde erstmalig eine Ischämie des vorderen Augenabschnitts nach Augenmuskeloperation beschrieben. Weil diese seltene Komplikation sehr gefürchtet ist, wurden die Risikofaktoren erforscht und spezielle chirurgische Techniken entwickelt, um die Gefahr zu minimieren. Ziel der vorliegenden Arbeit war zu klären, ob nach Augenmuskeloperationen bestimmte Veränderungen des Kammerwassers nachweisbar sind, die den Verdacht auf einen Zusammenhang mit Störungen der Trophik des vorderen Augen-Segmentes nahelegen.

Methode Bei 107 Patienten, bei denen in Allgemeinanästhesie 109 Augenmuskeloperationen durch jeweils denselben Operateur durchgeführt wurden, erfolgte postoperativ eine photometrische Kammerwasser-Analyse (Laser flare cell meter Kowa FC-1000). Die Patienten waren verschiedenen Operations-Gruppen zugeordnet (Operationen an geraden Horizontal- und Vertikalmotoren, solche an schrägen Vertikalmotoren und Operationen an Muskeln mehrerer Gruppen).

Ergebnisse Die Analyse zeigte weder im Gesamtkollektiv noch in einzelnen Gruppen einen signifikanten Unterschied zwischen den prä- und postoperativen Meßwerten.

Schlußfolgerung In einem Gesamtkollektiv von 109 Augenmuskeloperationen bei 107 Patienten konnte kein signifikanter Hinweis auf eine Störung der Trophik des vorderen Augensegments gefunden werden.

Schlüsselwörter Schielchirurgie - akute Ischämie des Vorderabschnittes - Laser Flare Cell Meter

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S. 299-300 (Art. 299)

Ocular mitochondrial myopathy: a spectrum of clinical presentations
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Einführung Die mitochondrialen DNA-Anomalien können Okulomotorische Störungen, Retinopathien, Sehnervenkrankungen wie auch extra-okulare Manifestationen verursachen.

Methoden Retrospektive Studie von 13 Fällen mit progressive Ophthalmoplegie.

Ergebnisse Acht Patienten zeigten eine isolierte Ophthalmoplegie(CPEO), 3 Patienten hatten eine assoziierte Retinopathie (Kearns-Sayre Syndrom), und 2 Patienten zeigten eine Dysphagie assziiert mit der Ophtalmoplegie (OculopharyngŽele dystrophie).

Schlußfolgerungen Die mitochondrialen Erkrankungen können sich initial mit Augensymptomen (Diplopie, Ptosis) manifestieren, und der Augenarzt spielt eine essentielle Rolle in der Diagnosestellung.

Schlüsselwörter chronische progressive externe Ophthalmoplegie - CPEO - Kearns-Sayre Syndrom - okulopharyngeale Dystrophie - 3243-Punkt-Mutation

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S. 301-304 (Art. 300)

Klinische und genetische Beschreibung von 2 Familien mit Dominanter Optikus Atrophie Kjier (Locus 3q28)
Unbekannter Autor

Die kürzliche Lokalisation des Gens OPA1 auf Chromosom 3q28 hat uns ermutigt, zwei betroffene Familien zu studieren, um die verschiedenen intra- und inter-familiären Phänotypen zu beschreiben, eine eventuelle genetische Homogenität nachzuweisen sowie eventuell das Interval auf dem 3 Chromosom zu verkleinern.

Methoden Ein ophthalmologischer Status mit Bestimmung von Visus, Augenfundus, Gesichtsfeld, Farbsehen, intraokularer Druck sowie eine Blutentnahme wurde durchgeführt. Die Mikrosatelliten wurden so gewählt, daß die uns interessierende Region durch die Marker D3S 3669 und D3S 1305 beschränkt war.

Resultate Die Familie A umfaßt 12 Personen, wovon 7 krank sind, die Familie B 8 Personen, wovon 6 krank sind. Die klinische Studie unterstreicht die phänotypische Heterogenität bei einem Präsentationsalter von 6 bis 57 Jahren und Sehschärfen nahe der legalen Blindheit seit der Kindheit, oder kaum verändert in der achten Lebensdekade. 50% der Fälle der Familie A präsentieren eine ausgedehnte Exkavation des Sehnerven trotz normalen Augdrucken.

Schlußfolgerungen Das OPA1 ist eine wenig bekannte Krankheit, welche ein Niederdruck-Glaukom vortäuschen kann. Wir bestätigen, daß keine genetische Heterogenität bei den untersuchten Schweizerischen Familien besteht. Es konnte keine weitere Feinlokalisation des Gens OPA1 erreicht werden, da keine Recombination auftrat.

Schlüsselwörter Dominante Optikusatrophie (Kjier-Typ)

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S. 305-308 (Art. 301)

Mutation von Rhodopsin (RHO) und Peripherin /RDS (RDS) in einem Kollektiv von 69 Index Patienten mit Retinitis pigmentosa und verschiedenen Retinadystrophien
Unbekannter Autor

Molekular genetische Charakterisierung einer Population von 69 Patienten.

Methoden Bestimmung des Phänotyps und der Transmissionsform, um eine klinische und genetische Diagnose zu erhalten. Mutationsscreening der Gene RHO, RDS und ROM-1

Resultate Der dominant autosomale Erbgang herrscht in der Gruppe der isolierten RP vor (43,6%), wo 3 Mutationen des Gens RHO gefunden worden. Weiterhin wurde eine RDS R172W Mutation in 3 nicht verwandten Familien mit dominanter Makuladystrophie gefunden.

Schlussfolgerung 18%der adRP zeigen eine Mutation des RHO Genes. Die RDS R172W-Mutation ist für 25% der dominanten Makuladystrophien verantwortlich.

Schlüsselwörter Retinitis pigmentosa - Rhodopsin (RHO) - Peripherin/RDS - Makuladystrophie - dominant autosomaler Erbgang

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S. 309-310 (Art. 302)

Leber's congenital amaurosis: diagnosis, course and differential diagnosis
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die kongenitale Amaurose Leber (LCA) wurde 1968-1996 in 42 Fällen an der Universitäts-Augenklinik Zürich diagnostiziert. Wir überprüften diese seltene Diagnose retrospektiv und in Nachuntersuchungen.

Patienten und Methode Befunde von 42 Patienten wurden kontrolliert und durch Korrespondenz oder mit Nachuntersuchungen ergänzt. Das Elektroretinogramm (ERG; oft in allgemeiner Anästhesie abgeleitet) und die stark variablen Fundusbefunde wurden überprüft, und eventuelle Veränderungen mit zunehmendem Alter in Funktion oder Fundusaspekt wurden dokumentiert.

Ergebnisse Das ERG war nicht mehr meßbar (np33 Patienten), stark subnormal (np3) oder auf minimale Restpotentiale reduziert (np6). Fehlende Lichtperzeption bis Visus 0,1, Nystagmus und Strabismus kennzeichneten die Symptomatik. Die Fundusbefunde reichten von normal über Pfeffer-Salz- und knochenkörperchenartiger Pigmentierung bis zu ausgeprägter Pigmentepithelatrophie, sowie häufig enggestellte und rarifizierte Retinagefäße. Patienten mit extraokularer Symptomatik wie psychomotorischem Entwicklungsrückstand (np12), Extremitäten- (np4) und Nierenmißbildungen (np3) wiesen keine anderen ERG- oder Fundusbefunde auf, als die übrigen Patienten. Das oculo-digitale Phänomen wurde in rund 25%, elterliche Konsanguinität in 10% der Fälle gefunden. Die Progredienz der Erkrankung bei 16 nachuntersuchten Patienten zeichnet sich durch Veränderung des Fundus (Pigmentverschiebung, Gefäßverengung) und weiteren Visusabfall (np6) aus. Bei 8 Patienten war frühkindliche Retinitis pigmentosa wahrscheinlich, und in einem Fall wurde ein infantiles Refsum Syndrom metabolisch nachgewiesen.

Schlußfolgerung Frühkindliche bilaterale Sehstörungen sollten im ersten Lebensjahr klinisch, elektroretinographisch abgeklärt werden. Ergänzende neuropädiatrische und metabolische Untersuchungen sind sinnvoll.

Schlüsselwörter Kongenitale Amaurose Leber - Elektroretinogramm - frühkindliche Retinitis pigmentosa - juveniles Refsum Syndrom

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S. 311-313 (Art. 303)

Determination of critical (foveal) flicker fusion frequency (CFF) helps to separate organic disease from (orthoptic) amblyopia
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Fragestellung Verhalten der kritischen (fovealen) subjektiven Flickerfusions-Frequenz (CFF) bei einseitigen Maculopathien, einseitigen Neuropathien des Sehnerven und einseitigen orthoptischen Amblyopien.

Methoden Aufsteigende und absteigende psychophysische Schwellen für Flickerlicht wurden mit dem 4F-Gerät (Buchmann; Ieper-Belgien) in der Fovea gemessen.

Ergebnisse Die foveale CFF ist bei Neuropathien des Sehnerven stärker herabgesetzt als bei retinalen Erkrankungen (Maculopathien), vorausgesetzt, daß die Fixation zentral ist. Demgegenüber ist die CFF bei orthoptischen Amblyopien unabhängig von der Sehschärfe kaum beeinträchtigt und gelegentlich sogar besser als am gesunden Partnerauge.

Schlußfolgerungen Die Prüfung der zeitlichen Auflösung (CFF) bei unklarer einseitiger Sehschärfenherabsetzung erleichtert eine diagnostische Trennung organischer (maculärer oder neuraler) Läsionen von orthoptisch bedingten Amblyopien. Beim amblyopen Auge findet sich eine Dissoziation zwischen Sehschärfe und CFF.

Schlüsselwörter Flickerfusionsfrequenz - Maculopathie - Neuropathie - Amblyopie

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S. 314-317 (Art. 304)

Chirurgische Behandlung der Netzhautablösung bei Pseudophakie: Vergleich von Vitrektomie und episkleralen Kompression
Unbekannter Autor

Ziel Da die Vitrektomie keine Myopie induziert und zudem eventuelle Trübungen im Glaskörper entfernen kann, wird diese Technik im Rahmen der chirurgischen Behandlung der Pseudophakieamotio der episkleralen Kompression immer mehr bevorzugt. Ziel dieser Studie ist die Analyse der anatomischen und funktionellen Resultate nach Vitrektomie und der Vergleich mit der konventionellen Chirurgie.

Methoden 93 pseudophake Netzhautablösungen, von 1990 bis 1995 operiert, wurden retrospektiv analysiert. Gruppe I mit episkleraler Kompression (np75) , Gruppe II mit Vitrektomie (np18).

Resultate Die Netzhaut war in 89% (67/75) der Gruppe I, und in 89 % (16/18) der Gruppe II anliegend. Die Ursachen für ein Therapieversagen der ersten Operation oder eines Rezidivs waren: 13 Fälle mit neuem oder initial verpasstem Netzhaut Foramen (I: 10 Fälle, II:3 Fälle), 4 Fälle mit proliferativer Vitreoretino-pathie in der Gruppe I. Der anatomische Erfolg nach 62 Operationen war 97% in der Gruppe I und 100% in der Gruppe II. Die prä- oder postoperativen Sehschärfen waren nicht signifikant verschieden in den beiden Gruppen (Kruskal-Wallis test).

Schlußfolgerungen Im Rahmen der chirurgischen Behandlung der Pseudophakie-amotio ergibt die Vitrektomie anatomisch und funktionell gesehen ähnliche Resultate wie die episklerale Kompression.

Schlüsselwörter Amotio retinae - Pseudophakie - Vitrektomie - episkleralen Kompression

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S. 318-320 (Art. 305)

Indocyaningrün Angiographie (ICG) beim "Multiple evanescent white dot"-Syndrom (MEWDS)
Unbekannter Autor

Einführung Das "Multiple Evanescent White Dot"-Syndrom (MEWDS) ist eine erworbene, gutartige chorioretinale Krankheit unbekannter Aetiologie.

Ziel Beschreibung der ICG-Angiographischen Befunde bei MEWDS, und dabei die Physiopathologie dieser Krankheit besser zu verstehen.

Patienten und Methode 4 Patienten mit MEWDS wurden mit ICG-Angiographie untersucht.

Resultate In allen Fällen übertraf die Anzahl der hypofluoreszenten Läsionen im ICG die Anzahl der fundoskopisch oder fluoreszenzangiographisch sichtbaren Läsionen. Drei Fälle zeigten eine Vergrößerung des blinden Flecks im Gesichtsfeld, sowie eine Zusammenballung von peripapillären hypofluoreszenten Läsionen. Drei Fälle zeigten einen granulären Aspekt der Makula sowie eine subfoveale hypofluoreszente Läsion.

Schlußfolgerung Diese Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass MEWDS eine primäre Aderhauterkrankung darstellt. Die Vergrößerung des blinden Flecks und die granuläre Makula werden durch die Ansammlung von fokalen chorioidalen Läsionen erklärt.

Schlüsselwörter Multiple evanescent white dot-Syndrom - MEWDS - Indocyaningrünangiographie - Choroidopathie - Vergrößerung des Blinden Fleckes

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S. 321-323 (Art. 306)

Die Radiotherapie zur Behandlung der okkulten choroidalen Neovascularization in AMD
Unbekannter Autor

Einführung Die altersbedingte makulare Degeneration (AMD) steht in den industrialisierten Ländern bei über 50jährigen als Erblindungsgrund an erster Stelle. Okkulte choroidale Gefässe machen bis zu 70% des exsudativen Formen aus. Die Einsatzmöglichkeit der Radiotherapie zur Behandlung gewisser exsudativer AMD-Formen wird zur Zeit untersucht. Wir stellen hier erste Resultate einer in CrŽteil durchgeführten Pilot-Studie vor.

Material und Methode 44 Patienten (46 Augen) mit einem Alter von mehr als 50 Jahren mit einer Sehschärfe von ³ 1/10, welche okkulte choroidale Gefässe im Rahmen einer AMD aufwiesen, wurden mit einem Protonenstrahl (6MeV) behandelt. Innerhalb von 4 Tagen wurde eine kumulierte Dosis von 16 Gy in 4 Sitzungen zu 4 Gy verabreicht.

Resultate Nach 3monatiger Beobachtung konnten stabile Sehschärfewerte festgestellt werden; 93% der Augen behielten eine Fern-Sehschärfe von `1/10 bei. Ein einziges Auge hatte einen Verlust von 6 Sehschärfelinien zu verzeichnen (2%) und bei nur 11% der Augen wurde eine Sehschärfeabschwächung von 63 Linien festgestellt. 67% der Augen wiesen eine unkorrigierte Lese-Sehschärfe von ~P5 auf. Die Angiographien zeigen, dass die Grösse der okkulten choroidalen Gefässe stabil geblieben ist (Ausgangsgrösse 3,9 Ç Disk Areas È (DA), nach 3 Monaten 4,1 DA, pp0.07). 17,5% der Augen zeigten eine Vergrösserung um mindestens 0,5 DA, 76% blieben stabil (^0,5 DA) und 6,5% zeigten eine Abnahme um mindestens 0,5 DA.

Schlussfolgerung Zieht man die relativ langsame Entwicklung der okkulten choroidalen Gefässe in Betracht, so kann trotz vielversprechender erster Resultate nur eine Langzeitstudie die Vorteile einer Radiotherapie dei diesem Krankheitsbild bestätigen.

Schlüsselwörter Altersbedingte makulare Degeneration - okkulte choroidale Gefässe - Radiotherapie

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S. 324-325 (Art. 307)

Verringerte Stickoxidproduktion führt zur Verschlimmerung der Ischemie nach Verschluß eines Venenastes
Unbekannter Autor

Einleitung Nach dem Verschluss eines Venenastes (V.V.) in der Netzhaut treten im befallenen Gebiet oft Arterienverengungen auf. Diese Verengungen bleiben über mehrere Wochen hin erhalten und gehen mit der Bildung von ausgedehnten Gebieten undurchbluteter Kapillargefässe einher. Wir stellen hier Untersuchungsergebnisse vor, welche die Annahme unterstützen, dass verringerte Stickstoffoxydproduktion (NO) zu der beobachteten Arterienverengung beitragen.

Methode Vor und nach einen experimentell herbeigeführten V.V. wurde beim anästesierten Miniaturschwein mit einer Miniatur-NO-Sonde der präretinale [NO] gemessen. Aenderungen des Arteriendurchmessers wurden mit den präretinalen [NO]-Schwankungen korrelliert. Die Empfindlichkeit der Netzhautarterien auf grundlegendes NO wurde anhand einer präretinalen Injektion von Nitro-l-Arginine (L-NA), sowohl nach Hypoxie als auch nach V.V., untersucht.

Ergebnisse Zwei Stunden nach einem V.V. konnte im betroffenen Gebiet eine simultane Abnahme des präretinalen [NO] um (73,7 B4)% und des Arteriendurchmessers um (25,4 B3.4)% festgestellt werden. Beide hielten bis mindestens 4 Stunden nach der V.V. an. Das injizieren von L-NA über eine Arterie welche zuvor durch systemische Hypoxie erweitert worden war, führte zu einer Gefässverengung. Derselbe Vorgang führte jedoch bei einer Arterie nach einer V.V zu keiner Verengung.

Schlussfolgerung Diese Ergebisse zeigen auf, dass experimentell herbeigefühte V.V. im betroffenen Netzhautgebiet zu einer Schwächung des grundlegenden NO-Ausstosses führen, welche ihrerseits zur Entstehung von Gefässhypoxien und von Nervenschwellung und Nerventod in der inneren Netzhaut beitragen.

Schlüsselwörter Stickstoffoxydproduktion - Venenast-Verschluß

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S. 326-329 (Art. 308)

Flicker induziert Erweiterung der Blutgefäße in der Netzhaut des Menschen
Unbekannter Autor

Hintergrund Frühere Studien bei der Katze haben schon gezeigt, dass eine intensive Flickerbeleuchtung (FB) eine Erweiterung der Blutgefässe in der Netzhaut bewirkt. Das Ziel dieser Studie war herauszufinden, ob dieser Effekt auch beim Menschen auftritt.

Material und Methoden Die Netzhaut von 9 gesunden Probanden wurde während einer Minute durch FB (10 Hz, 30¡ um die optische Achse) angestrahlt. Bildaufnahmen wurden vor und nach der Lichtstimulation gemacht. Die Durchmesser der Blutgefässe wurden mit Hilfe des Programms NIH-Image und einem eigenen Algorithmus bestimmt.

Ergebnisse Der Durchmesser der Blutgefässe wird durch den Einfluss von FB eindeutig grösser: 4,2 B2,2% (p~0,014) (mean Bsd) für die Arterien und 2,7 B1,7% (p~0,0001) für die Venen. Nach FB sind die Arterien innerhalb von 6 Sekunden in den ursprünglichen Zustand zurückgekehrt.

Schlußfolgerungen FB steigert neuronale Netzhauttätigkeit. Die Vergrösserung der Blutgefässe zeigt, dass die Blutversorgung mit neuronaler Aktivität verbunden ist, wie dies schon in der Macula mit der Blaufeld-Simulation-Methode demonstriert worden ist.

Schlüsselwörter Blutgefässe Durchmesser - Flicker - Neuronale Netzhautaktivität - Retina-Blutfluß

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S. 330-333 (Art. 309)

Current strategies in the laboratory diagnosis of ocular toxoplasmosis
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die Diagnose einer okulären Toxoplasmose wird in der Regel nach dem klinischen Befund und der Anamnese bei Vorhandensein von Antikörpern gegen den Parasiten im Serum gestellt. Eine Bestätigung der Diagnose über Laboruntersuchungen wird üblicherweise nicht versucht. Die Entwicklung neuerer Untersuchungsmethoden hat jedoch zu einer Verbesserung der Sensitivität in der Diagnostik geführt. Die vorliegende offene prospektive klinische Studie wurde unternommen, um die Sensitivität der Diagnostik unter Anwendung aller heute verfügbaren diagnostischen Methoden bei Patienten mit einer klinisch typischen okulären Toxoplasmose zu evaluieren.

Methoden Bisher wurden 27 Patienten in die Studie aufgenommen. Allen Patienten wurde zum Zeitpunkt der Diagnose Kammerwasser und Serum entnommen. Die Proben wurden je nach Verfügbarkeit in eines von zwei Referenzlaboratorien eingesandt. Aus sämtlichen Proben wurden Gesamt-IgG und Toxoplasma-IgG zur Kalkulation des Goldmann-Witmer-Koeffizienten, zusätzlich spezifisches IgM und IgA bestimmt. Aus den in Labor 2 eingesandten Proben wurde darüberhinaus die Antikörper-Avidität bestimmt und der Erregernachweis mittels PCR versucht.

Resultate Eine ätiologische Bestätigung der Diagnose gelang in 5/9 Fällen (56%) in Labor 1 und in 14/18 Fällen in Labor 2 (78%). Die höchste Sensitivität hatte mit 41% (unter Einschluss der indikativen Koeffizienten 56%) die Bestimmung des Goldmann-Witmer-Koeffizienten, es folgten DNA-Nachweis (28%), IgA im Kammerwasser (22%) und die Antikörper-Avidität (15%). Eine Sicherung der Diagnose durch zwei unabhängige Tests gelang in 28% der Proben.

Schlußfolgerung Keine der untersuchten Methoden erreichte eine ausreichende Sensitivität, um als alleiniger diagnostischer Test empfohlen werden zu können. Erst die Kombination aller heute verfügbaren Methoden inklusive DNA-Nachweis mittels PCR und Bestimmung der Antikörper-Avidität erreicht eine Sensitivität, die Rückschlüsse von der Kammerwasserdiagnostik erlaubt.

Schlüsselwörter Okuläre Toxoplasmose - Goldmann-Witmer-Koeffizient - Antikörper-Avidität - anti-Toxoplasma-IgA - Erreger-Nachweis - PCR - Toxoplasma gondii

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S. 334-338 (Art. 310)

Chirurgie von subfovealen neovaskulären Membranen
Unbekannter Autor

Hintergrund Anhand von 3 repräsentativen Patienten werden die 3 häufigsten Operationsindikationen, sowie die funktionellen, angiographischen und histologischen Ergebnisse nach chirurgischer Extraktion einer subfovealen neovaskulären Membran vorgestellt.

Material und Methode Im ersten Fall hatte die neovaskuläre Membran ihren Ursprung in einem alten Fokus einer paramakulären Chorioretinitis, im zweiten Fall trat sie als Komplikation einer Myopie auf, und im dritten Fall entstand sie im Rahmen einer altersbedingten Makuladegeneration. Alle 3 Membranen wurden mit Elektronenmikroskopie untersucht. Fluoreszenz- und Indocyaningrün Angiographien wurden prä- und postoperativ durchgeführt.

Ergebnisse Die funktionelle Wiederherstellung war exzellent beim Fall mit neovaskulärer Membran assoziiert mit dem Fokus einer Chorioretinitis, mittelmässig beim Fall mit Myopie, und inexistent beim Fall mit altersbedingter Makuladegeneration. Die histologische Untersuchung konnte nicht immer mit Sicherheit eine Lokalisation der Membran gegenüber der Netzhaut und dem Pigmentepithel erlauben.

Schlußfolgerung Diese Ergebnisse sind in †bereinstimmung mit der bestehenden Literatur: Die postoperative Prognose ist am besten, falls die neovaskuläre Membran im subretinalen Raum lokalisiert ist und das retinale Pigmentepithel durch die Grundkrankheit oder die chirurgische Intervention nicht zu stark verändert ist.

Schlüsselwörter Pars-plana-Vitrektomie - choroidale Neovaskularisation - Elektronenmikroskopie

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S. 339-342 (Art. 311)

Vitrectomy for diabetic retinopathy: results, risk factors, complications
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Zur Verbesserung der Einschätzung von Nutzen und Risiken der Glaskörperchirurgie mit modernen Operationstechniken wurden an einer größeren Serie funktionelle Ergebnisse, Risikofaktoren und Komplikationen der Vitrektomie bei diabetischer Retinopathie untersucht.

Material und Methoden Der Krankheitsverlauf von 389 Augen, die in einem Zeitraum von 4 Jahren wegen Komplikationen der diabetischen Retinopathie vitrektomiert worden sind, wurde retrospektiv analysiert. Die Nachbeobachtung betrug mindestens 6 Monate, im Median 26 Monate. Risikofaktoren wurden mit multivariaten, logistischen Regressionsanalysen untersucht.

Ergebnisse Sechs Monate postoperativ erreichten 25% der Augen einen Visus von 0,3 oder besser, einen Visus von 1/50 oder schlechter hatten 25%. Die wichtigsten Risikofaktoren waren Ablatio der Makula und Rubeosis. Nur 16% der Augen mit Traktionsablatio der Makula erreichten einen Visus von 0,1 oder besser, obwohl die anatomische Wiederanlage der Makula in 86% der Fälle gelang. Eine postoperative Ablatio trat bei insgesamt 18% aller Augen auf. Die Häufigkeit dieser schwerwiegenden Komplikation variierte jedoch mit der Ausgangssituation und betrug 5% bei Glaskörperblutungen und 54% bei Traktionsablatio der Makula.

Schlußfolgerungen In späten Stadien mit länger bestehender Ablatio der Makula und Rubeosis ist die funktionelle Prognose durch die Grundkrankheit limitiert. Bei weniger schweren Stadien mit Glaskörperblutung und anliegender Netzhaut sind die Risiken einer Vitrektomie gering.

Schlüsselwörter Diabetische Retinopathie - Vitrektomie - Ergebnisse - Risikofaktoren - Komplikationen

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S. 343-344 (Art. 312)

Zentrale seröse Chorioretinopathie und endogene Hypercortisolaemie
Unbekannter Autor

Hintergrund Die zentrale seröse Chorioretinopathie (ZSCR) wird als Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhaut am hinteren Pol definiert. Die Etiopathologie dieses Leidens ist bis heute unzureichend bekannt. Es wurde jedoch ein Zusammenhang zwischen Corticoid-Einnahme, dem Cushing-Syndrom und dem Auftreten einer ZSCR aufgezeigt. Wir haben untersucht, ob eine endogene Hypercortisolemie bei der Entwicklung einer idiopathischen ZSCR eine Rolle spielen könnte.

Patienten und Methode Die Studie umfasst 16 Patienten mit symtomatischer ZSCR (14 Männer und 2 Frauen in einem Alter zwischen 35 und 65 Jahren), welche weder mit exogenen Corticoiden behandelt wurden, noch ein Cushing-Syndrom aufwiesen. Cortisolmessungen im 24 Stunden Urin (24 h-UFC) wurden während der ersten 7 Tage nach Auftreten der ZSCR vorgenommen. Die gleichen Messungen wurden bei einer Konrollgruppe (von gleichem Alter und Geschlecht) vorgenommen.

Resultate Ein 24 h-UFC von (188,2 B34,1) nmol/l bei der kranken Gruppe steht einem 24 h-UFC von (115,3 B63,4) nmol/l bei der Kontrollgruppe gegenüber (p~0,05).

Schlußfolgerung Dieses Ergebniss weist darauf hin, daß endogene Glukocorticoide bei der Entwicklung der sogenannten idiopathischen ZSCR eine Rolle spielen können.

Schlüsselwörter Zentrale seröse Chorioretinopathie - endogene Hypercortisolaemie - Corticoiden

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S. 345-349 (Art. 313)

The uveovascular barrier in HIV-associated retinal microangiopathy
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die HIV-assoziierte retinale Mikroangiopathie wird als Zeichen einer Störung der uveovaskulären Schranke verstanden und mit dem Auftreten AIDS-definierender Augenerkrankungen assoziiert. Kontrollierte Untersuchungen dazu liegen bisher nicht vor. Dies ist der Gegenstand der vorliegenden Studie.

Patienten und Methode In der prospektiven Untersuchung wurden HIV-1 infizierte Patienten mit und ohne klinisch faßbare retinale Mikroangiopathie mittels klinischem Verlauf, Tyndallometrie (Laserflare-Photometrie) und Fluoreszenzangiographie auf die Nachweisbarkeit einer vorderen oder hinteren uveovaskulären Schrankenstörung im Verlauf ihrer HIV-Infektion untersucht und nach einer Korrelation mit der CD4-Lymphozytenzahl und dem Auftreten opportunistischer Infektionen gesucht.

Resultate Bisher wurden 104 Patienten in die Studie aufgenommen und einer der folgenden vier Gruppen zugeteilt: ohne klinische Zeichen einer retinalen Angiopathie (Gruppe 1, np46), mit florider Angiopathie (Gruppe 2, np37), mit länger bestehender Angiopathie (Gruppe 3, np16) und mit CMV-Retinitis (Gruppe 4, np5). Wir fanden keine Korrelation zwischen Flare und Ausmaß oder Dauer der Angiopathie (pp0,7), jedoch einen deutlichen Anstieg des Flare-Signals bei Auftreten einer Retinitis (p < 0,001). Im Gegensatz dazu kam es mit zunehmender Dauer der Angiopathie zu einem Abfall der CD4-Lymphozyten (pp0,03). Fluoreszenzangiographisch ließ sich bei florider Angiopathie eine diffuse, am ehesten nichtentzündliche Störung der Mikrozirkulation mit Vasookklusionen vorwiegend auf der Kapillarebene zeigen.

Schlußfolgerung Bei der HIV-assoziierten retinalen Angiopathie ist offensichtlich mindestens keine wesentliche vordere oder hintere Schrankenstörung nachweisbar. Die Assoziation eines Abfalls der CD4-Zellen mit der Dauer der Angiopathie paßt eher zu einer Immunkomplex-assoziierten als zu einer infektiösen Genese. Der Einfluß einer medikamentösen Erholung der zellulären Immunität auf die Angiopathie wird im weiteren Verlauf der Studie zusätzliche Indizien zur Pathophysiologie liefern können.

Schlüsselwörter HIV-Infektion - retinale Mikroangiopathie - CD4-Lymphozyten - Laserflare, Fluoreszenzangiographie - klinische Studie

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S. 350-352 (Art. 314)

Messung des Blutflusses im Sehnerv während isometrischer Anstrengung
Unbekannter Autor

Fragestellung Verschiedene Studien demonstrierten eine Unbekannter Autoregulation des Blutflusses im Sehnerv. In jenen Studien wurde der Perfusionsdruck PPm (PPmpDruck in der ophthalmischen Arterie - Augeninnendruck) durch Erhöhung des Augeninnendrucks variiert. Das Ziel dieser Studie war es, die €nderungen des Blutflusses im Sehnerv in Abhängigkeit des systemischen Drucks zu bestimmen.

Methoden Die Blutflußparameter wie z. B. das Volumen, die mittlere Geschwindigkeit und der Fluß der roten Blutkörperchen wurden in einem Meßvolumen im Sehnerv von 13 gesunden Probanden (im Alter von 16 bis 58 Jahren) mit Laser Doppler Flowmetrie während und nach isometrischer Anstrengung (Kauern/Abfahrtshocke) gemessen. Der arterielle Druck wurde alle 30 Sekunden gemessen. Der Augeninnendruck wurde im Ruhezustand und am Ende des Kauerns gemessen.

Resultate Während des Kauerns wurde eine Erhöhung des mittleren systemischen Druckes von 103 B6 mm Hg auf 139 b 58 mm Hg (Mittelwert b95% Vertraunsintervall) beobachtet. Der Augeninnendruck erhöhte sich von 13 B0,5 auf 17 B1 mm Hg. Die Zunahme des PPm von 56 B4 auf 80 B5 mm Hg hatte keinen signifikanten Einfluß auf die gemessenen Blutflußparameter. Die Genauigkeit der Blutflußmeßmethode (die kleinste signifikant meßbare €nderung des Blutflusses) betrug 8%.

Schlußfolgerungen Diese Studie demonstrierte zum ersten Mal die Existenz einer Unbekannter Autoregulation des Blutflusses im Sehnerv des Menschen während einer Erhöhung des PPm.

Schlüsselwörter Laser Doppler Flußmessung - Blutfluß - Isometrische Anstrengung - Sehnerv - Augeninnendruck - Unbekannter Autoregulation

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S. 353-355 (Art. 315)

Varicella-zoster-virus and atypical necrotizing retinopathies HIV-positive and AIDS patients
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die Gruppe nekrotisierender Retinopathien, die sich von den definierten Krankheitsbildern viraler Retinitiden wie CMV-Retinitis oder akute Retina-Nekrose unterscheiden, vermutlich jedoch viraler Aetiologie sind, werden unter dem Begriff "Atypische Nekrotisierende Retinopathien" zusammengefaßt. Die Aetiologie dieser Retinopathien wurde bisher nicht untersucht.

Patienten und Methoden Von zwei HIV-positiven und acht AIDS-Patienten mit einer atypischen nekrotisierenden Retinopathie, sechs Patienten mit akuter Retina-Nekrose und 28 Patienten mit einer typischen CMV-Retinitis wurde bei Diagnosestellung Kammerwasser entnommen und mittels DNA-Amplifikation auf das Vorhandensein viraler DNA von HSV-1, VZV und CMV untersucht.

Ergebnisse VZV-DNA wurde in 7/9 Kammerwasserproben von Patienten mit atypischen nekrotisierenden Retinopathien, in 4/6 Proben von Patienten mit akuter Retina-Nekrose, aber in keinem der Kammerwasserproben von 28 Patienten mit CMV-Retinitis nachgewiesen. In der letzteren Gruppe ließ sich in 23/28 Proben CMV-DNA nachweisen, in zwei Fällen fanden wir zusätzlich HSV-1 DNA. In keiner der Proben aus der gesunden Kontrollgruppe wurde virale DNA nachgewiesen.

Schlußfolgerung VZV ist die Hauptursache atypischer nekrotisierender Retinopathien bei Patienten mit HIV-Infektion und AIDS. Dies sollte in der antiviralen Therapie berücksichtigt werden durch die Wahl von Virustatica, welche gegen alle Viren der Herpes-Familie wirksam sind. Nach unseren Ergebnisse ist, unabhängig von dem verursachenden Virus, eine aetiologische Klärung in 80% der viralen Retinopathien möglich.

Schlüsselwörter Atypische nekrotisierende Retinopathie Virale Retnitis - HSV-1 - VZV - CMV - HIV-Infektion - AIDS

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S. 356-358 (Art. 316)

Myofibroblasten und epiretinole Membranen
Unbekannter Autor

Einleitung Proliferative präretinale Krankheiten sind vermutlich für Netzhautablösungen durch Zugmechanismen verantwortlich. Myofibroblasten sind Zellen, die sich kontrahieren können, und deren Eigenschaften zwischen denjenigen der Fibroblasen und glatter Muskeln liegen. In der vorliegenden Studie untersuchten wir, ob solche Zellen in den präretinalen Membranen vorhanden sind.

Material und Methode 8 Membrane, welche während einer Vitrektomie wegen proliferativer Vitroretinopathie oder diabetischer, proliferativer Vitroretinopathie entnommen worden waren, wurden mit Antikörpertechnik untersucht. Es wurde nach Muskel-Alpha-Aktin und Desmin, spezifischen Markern für Myofibroblasten, und TFG-beta1, dem wichtigsten Katalysator zur Umwandlung von Fibroblasen in Myofibroblasten, gesucht.

Resultate In den histologischen Präperaten wurden große Mengen von Antikörpern gegen Muskel-Alpha-Aktin, Desmin und TGF-beta1 gefunden.

Schlußfolgerung Myofibroblasen sind eine in präretinalen Membranen stark vertretene Zellform. Sie sind über die ganze Membrane verteilt und scheinen einen Beitrag zu deren kontrahierenden Eigenschaften zu leisen.

Schlüsselwörter Myofibroblasen - epiretinale Membranen

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S. 359-362 (Art. 317)

The laboratory diagnosis of granulomatous anterior uveitis and keratouveitis of suspected viral origin
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Im Gegensatz zur epithelialen Keratitis und viralen Retinitiden ist bei der stromalen Keratitis eine Bestätigung der Diagnose in vivo praktisch nicht möglich. †ber die Möglichkeiten der Diagnostik bei uvealer Beteiligung im Sinne einer Keratouveitis oder Uveitis ist jedoch wenig bekannt. Deshalb untersuchten wir in der vorliegenden prospektiven Studie den Stellenwert des Virusnachweises bei Patienten mit herpetischen anterioren Uveitiden und Keratouveitiden.

Methoden Von 31 Patienten mit der klinischen Diagnose einer aktiven herpetischen Uveitis oder Keratouveitis (Gruppe 1), von 14 Patienten mit einer granulomatösen anterioren Uveitis unklarer Genese (Gruppe 2) und von 7 Patienten mit einer inaktiven anterioren herpetischen Uveitis (Gruppe 3) wurden bei Diagnosestellung Kammerwasserproben gewonnen. Daraus wurde mittels Viruskultur, Herpes-Antigen-ELISA und DNA-Amplifikation für DNA-Fragmente von Herpes simplex Virus Typ 1 (HSV-1) und Varicella-Zoster Virus (VZV) die Bestätigung der viralen €tiologie untersucht.

Ergebnisse Die Viruskultur gelang in einem einzigen Fall eines Patienten mit klinisch inaktiver herpetischer Uveitis. Der Nachweis viralen Antigens mittels ELISA gelang in Gruppe 1 aus 5/31 (16%) und in Gruppe 2 aus 1/11 Proben (9%), die Amplifikation viraler DNA mittels PCR in 8/31 (26%) und 5/14 Fällen (34%). Mit der Kombination beider Methoden war die Anwesenheit viralen Materials in 14 von 45 Kammerwasserproben (29%) nachweisbar.

Schlußfolgerung Die Viruskultur ist zum Nachweis von Herpesviren bei Erkrankungen der vorderen Augenabschnitte nicht geeignet. Trotz der hohen Sensitivität und Spezifität von Antigen-ELISA und PCR ist eine Bestätigung der Diagnose selbst bei Kombination der angewandten Methoden in nur 30% der aktiven granulomatösen Uveitiden möglich. Damit bleibt die Diagnose der anterioren herpetischen Uveitis - im Gegensatz zu der der viralen Retinitis - im wesentlichen klinisch.

Schlüsselwörter Herpetische Uveitis - HSV-1 - Herpes-Antigen - DNA-Amplifikation - ELISA - Viruskultur

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S. 363-366 (Art. 318)

Learning curve in refractive surgery: criteria for evaluation
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Sind die heute allgemein angewendeten Parameter geeignet zur Beurteilung der quantitativen und qualitativen Ergebnisse der refraktiven Chirurgie ?

Material und Methoden Retrospektive Analyse der ersten 100 Fälle von Excimer-Laser-Eingriffen.

Ergebnisse Die quantitativen Resultate sind mit den Angaben anderer Authoren vergleichbar. Danach scheint eine Lernkurve in der refraktivenm Chirurgie nicht vorhanden zu sein. Nach subjektiver Befragung der Patienten weichen aber die Ergebnisse von den objektiven Daten merkbar ab.

Schlußfolgerungen Zur Beurteilung der Qualität der refraktiven Eingriffe müssen neue, mehr patientenorientierte Parameter eingeführt werden. Nur dadurch wird es möglich, der Wert der aktuellen refraktiven Chirurgie mit den zum Teil sehr hohen Ansprüchen der Patienten zu korrelieren.

Schlüsselwörter refraktive Chirurgie - photorefraktive Keratektomie - Lasik - Lernkurve

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S. 367-371 (Art. 319)

Measurement of corneal thickness by low coherence reflectometry
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Ziel der Studie Bei der photorefraktiven Keratektomie wird die Tiefe der gewünschten Hornhautabtragung nach der gewünschten Refraktionsänderung errechnet, kann jedoch bisher während der Abtragung nicht gemessen werden. Wir wollten untersuchen, ob durch eine Integration eines Reflektometers in den Strahlengang des Lasers eine Messung der tatsächlich erfolgten Dickenänderung der Kornea im Zentrum der Hornhaut möglich ist.

Material und Methoden Ein von uns entwickeltes Reflektometer, welches nach dem Prinzip der optical low-coherence Reflectometrie (OLCR) arbeitet und bereits als Zusatz zur Spaltlampe Messungen der Hornhautdicke ermöglicht, wurde in den Strahlengang des Excimer Lasers (Schwind Keratom) integriert. Zur Messung von experimentellen Photo-Ablationen kornealen Gewebes wurden frische Schweinsaugen unter dem Laser placiert, das Epithel mit dem Hockeymesser abgetragen, und die Hornhautdicke im Zentrum mit Ultraschall und der OLCR gemessen. Danach wurden bei je 8-10 Augen randomisiert entweder 27 (Gruppe 1), 82 (Gruppe 2) oder 163 mm (Gruppe 3) Abtragungen im PTK Modus des Gerätes mit einem Abtragungdurchmesser von 7,38 mm vorgenommen. Direkt nach der Abtragung wurde mit der OLCR am gleichen Punkt wie vor der Abtragung eine Pachymetrie bestehend aus 40 Einzelmessungen vorgenommen. Anschließend erfolgte an gleicher Stelle eine erneute Bestimmung der Hornhautdicke mit Ultraschall. Für die Schallgeschwindigkeit in der Hornhaut wurden in Analogie zur menschlichen Kornea 1640 m/sec angenommen und als refraktiver Index 1,376.

Ergebnisse Die Integration des Reflektometers in den Strahlengang des Lasers war über einen zusätzlichen Bildteiler am Anschluß der Videokamera möglich. Wegen einer Beeinträchtigung durch eine 800 nm Infrarot-Beleuchtung, die für das eye-tracking im Laser eingebaut ist, mußte eine SLD (superlumineszente Diode) mit einer Wellenlänge von 1310 nm adaptiert werden. Bedingt durch die recht große Länge des Strahlenganges in Luft, war eine Leistung von ca. 40 mW auf der Kornea mit einer Signal/Noise ratio von über 80 dB erforderlich. Die Steuerung und Auswertung des Meßvorganges wurde derart eingerichtet, daß aus dem Datenfluß der quasi kontinuierlich eintreffenden Pachymetrie-Werte eine "Messung" durch Speicherung und Mittelwertbildung einer vorher festgelegten Zahl (20-40) von konsekutiven Einzelmessungen erfolgt. Die Abtragung war mit den o. g. Annahmen für Schallgeschwindigkeit bzw. refraktiven Index der Kornea sowohl bei den Messungen mit Ultraschall als auch mit OLCR in allen Gruppen etwas höher als erwartet (Gruppe 1: 50,3 (40-68) mm Ultraschall, 30,2 (27-38) mm mit OLCR; Gruppe 2: 101,1 (80-113) mm mit Ultraschall, 93,3 (76-109) mm mit OLCR; Gruppe 3: 210,6 (190-227) mm mit Ultraschall, 188,4 (181-197) mm mit der OLCR. Bemerkenswert war die Streuung der erfolgten Abtragung innerhalb der Gruppen. Die Meßwerte mit Ultraschall lagen insgesamt signifikant höher und wiesen zusätzlich höhere Streuungen auf.

Diskussion Mit dem gezeigten System werden erstmalig durch die Optik des Excimer-Lasers hindurch sehr genaue Messungen der zentralen Hornhautdicke vor, während und nach der Abtragung vorgenommen. Da speziell bei kleineren Abtragungen relativ hohe Streuungen im Betrag des entfernten Gewebes festgestellt wurden, sollte die Präzision der Abtragung durch geeignete Maßnahmen weiter verbessert werden. Es erscheint uns daher sinnvoll, langfristig eine intelligentere Steuerung von Excimer-Lasern durch den kontinuierlichen Vergleich von geplanter mit tatsächlich erfolgter Abtragung vorzunehmen. Die OLCR mit dem von uns entwickelten System ist geeignet, den photoablativen Prozeß zu überwachen und mit einer entsprechenden Software in die Programmabläufe der Excimer-Steuerung einzugreifen. Der klinische Nutzen dieses Verfahrens könnte in einer Verbesserung der refraktiven Ergebnisse der Excimer-Chirurgie bestehen.

Schlüsselwörter Excimer-Laser - photorefraktive Keratektomie - Reflektometrie - Interferometrie - optical low-coherence reflectometry - Pachymetrie

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S. 372-375 (Art. 320)

Die ophthalmologische Betreuung von sehbehinderten Kindern
Unbekannter Autor

Die Unbekannter Autoren stellen die Schule für Sehbehinderte und Blinde von Lausanne vor. Von 38 eingeschulten Kindern weisen 16 ein Sehvermögen von unter 3/60 auf. An erster Stelle der Behinderungsursachen stehen die okulären Mißbildungen unterschiedlichsten Ursprungs, gefolgt von den Sehbeeinträchtigungen mit zentraler Ursache. Im Vergleich dieser Studie mit den von 1982 bis 1993 veröffentlichten Ergebnissen scheint die Zahl der retrolentalen Fibroplasien und der kongenitalen Katarakte (operierte und nichtoperierte) zuzunehmen.
Neben dieser krankheitsorientierten Betrachtung berichten die Unbekannter Autoren von der schulischen Eingliederung der Kinder. Aktuell tendiert man dazu, die Kinder weitgehend in ihrer familiären Umgebung zu belassen und auf Internate zu verzichten, was jedoch eine optimale Organisation der Anfahrmöglichkeiten voraussetzt. In einigen Fällen können die Kinder mit Hilfe der Unterstützung durch Lehrer für Sehbehinderte gewöhnliche Schulen besuchen.

Schlüsselwörter Sehbehinderung

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S. 376-378 (Art. 321)

Ocular trauma induced by airbag
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Seit der Ausstattung von Kraftfahrzeugen mit Airbag werden sporadische Berichte über Airbag-assoziierte variable Augenverletzungen publiziert.

Patienten und Methoden Wir berichten über vier Patienten mit Airbag assoziierten Augenverletzungen, welche in einem Zeitraum von zwei Jahren in der Berner Universitätsaugenklinik behandelt wurden.

Ergebnisse Es handelte sich in allen Fällen um streng einseitige Verletzungen, davon zwei des linken und zwei des rechten Auges. Bei der Hälfte der Patienten heilten die Verletzungen folgenlos ab, während die zwei anderen Patienten eine bleibende Visusverminderung erlitten. Das Verletzungsmuster reichte von alkalischer Verätzung, über mechanische Erosionen bis zu Kontusionen mit Aderhautruptur und Ablatio retinae.

Schlußfolgerung Der Airbag ist unbestritten ein lebensrettender Bestandteil der Sicherheitszelle der heutigen Automobile. Schwere Verletzungen durch einen aktivierten Airbag sind jedoch möglich. Es sollten daher weitere Entwicklungen eingeleitet werden betreffend der Volumina der Gase, Größe des Airbags sowie der Geschwindigkeit, bei welcher der Airbag aktiviert wird.

Schlüsselwörter Airbag - Augenverletzungen - Trauma

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S. 379-381 (Art. 322)

Einschätzung der diversen Analysearten von Bewegungswahrnehmung
Unbekannter Autor

Hintergrund Um die diversen Formen der Beeinträchtigung der visuellen Bewegungswahrnehmung klarer erkennen zu können, wurde eine Reihe von Tests entwickelt.

Methoden Die Tests zeigen die Wahrnehmung von (1) kohärenter Bewegung in einer der vier Hauptrichtungen, (2) einer durch Bewegung hergestellte Form, (3) eines Bewegungsflusses in der Tiefe und (4) eines sich in der Tiefe bewegenden Quadrats, mit oder ohne umgebenden Bewegungsflusses.

Eine normierte Studie wurde mit 34 Testpersonen von 21 bis 69 Jahren durchgeführt.

Resultat Erkennen einer durch Bewegung hergestellten Form gelingt besser bei Bewegung nach oben als nach unten. Außerdem gelingt die Wahrnemung von Bewegung in der Tiefe besser bei nach hinten als nach vorne gerichteter Bewegung. Die Einbringung eines Bewegungsflusses verschlechtert die Wahrnehmung von Bewegung in der Tiefe.

Ergebnis Das Erkennen einer durch Bewegung gebildeten Form zeigt eine Asymmetrie der Wahrnehmung von Bewegungen nach oben und nach unten. Die Asymmetrie tritt nicht bei der Gesamteinschätzung von Bewegung auf, was wiederum die Vielfalt der in die visuelle Bewegungsanalyse involvierten Mechanismen reflektiert. Uberdies veranschaulicht die Wahrnehmungsverschlechterung von Bewegung in der Tiefe bei Einbettung in einen Bewegungsfluss einen Hintergrundeffekt.

Schlüsselwörter kohärente Bewegung - Bewegung in der Tiefe - visuelle Wahrnehmung

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S. 382-384 (Art. 323)

Influence of presbyopia on vergence, loss of ciliary innervation with age
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Durch die Kopplung der Vergenz an die Akkommodation sind Auswirkungen der Presbyopie auf das Vergenzsystem zu erwarten. Die Untersuchung der Altersabhängigkeit der Kopplung erlaubt sowohl eine Abschätzung der damit verbundenen Belastung des Sehsystems Presbyoper durchzuführen, wie auch Aussagen in Bezug auf die Innervation des Ziliarmuskels zu treffen.

Material und Methode Die Vergenz wird bei 27 Personen im Alter von 24-65 Jahren in Abhängigkeit der Akkommodationsanforderung registriert.

Ergebnisse Presbyope weisen in der Nähe eine Exophorie auf. Die Vergenz steht zur Akkommodationsanforderung eher in quadratischer als in linearer Abhängigkeit.

Schlußfolgerungen Es kann vermutet werden, daß das Vergenzdefizit bei Presbyopen einen Belastungsfaktor darstellt. Die Ergebnisse stützen die Theorie der Presbyopie nach Hess-Gullstrand, wonach die Innervation des Ziliarmuskels mit dem Alter abnimmt.

Schlüsselwörter Presbyopie - Akkommodation -Vergenz-Kopplung - Innervation Ziliarmuskel - Phorie

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S. 385-387 (Art. 324)

The diurnal, axial eye growth rhythm in chicks is influenced by the diurnal light/dark illumination cycle
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die Distanz zwischen der anterioren Hornhaut und der posterioren Lederhaut (definiert als axiale Augenlänge) wächst beim Kücken in einem täglichen Rhythmus: Wachstum während des Tages ist größer als während der Nacht. Das Ziel dieser Studie war es, herauszufinden, ob dieser tägliche, axiale Augenwachstumsrhythmus durch den täglichen Hell-Dunkel-Zyklus beeinflußt wird.

Methoden Vom zweiten Lebenstag an wuchsen 18 Kücken in einem Hell-Dunkel-Zyklus von 12 Stunden Licht/12 Stunden Finsternis auf. Ab dem siebten Lebenstag wurden 12 Kücken (Gruppe 1) in konstantem Licht aufgezogen. Die restlichen 6 Kücken (Gruppe 2) verblieben im Hell-Dunkel-Zyklus und dienten als Kontrollkücken. Alle zwölf Stunden während zwei Tagen, zu Zeitpunkten, die dem Anfang und Ende der vorherigen Helligkeitsphasen entsprachen, wurde in den rechten Augen die axiale Augenlänge durch Laser Doppler Interferometrie mit einer Präzision von 20 µm gemessen.

Resultate In Gruppe 1 war das axiale Augenwachstum während den Zeitintervallen, die der dauer der vorherigen Helligkeit (0,063B0,024 mm; MittelwertB95% Vertrauensbereich) und Dunkelheit (0,040B0,017 mm) entsprachen, nicht signifikant verschieden (one-factor ANOVA). In Gruppe 2 war das axiale Augenwachstum während Helligkeit (0,065B0,028 mm) bedeutend größer als während Dunkelheit (0,015B0,023 mm; pp0,015). Das totale, axiale Augenwachstum während der zwei-tägigen Versuchsperiode war in Gruppe 1 (0,206B0,015 mm) wesentlich größer als in Gruppe 2 (0,160B0,021 mm; pp0,02; unpaired, two-tailed Student's t-test).

Schlußfolgerung Der tägliche, axiale Augenwachstumsrhythmus wird erheblich abgeschwächt durch einem abrupten Wechsel von einem Hell-Dunkel-Zyklus zu konstanter Helligkeit. Diese Beobachtung zeigt, daß der tägliche, axiale Augenwachstumsrhythmus vom Hell-Dunkel-Zyklus beeinflußt wird. Ob die €nderung des Rhythmus und das größere axiale Wachstum während konstantem Licht durch die erhöhte Lichteinstrahlung allein oder durch die vermehrte licht-induzierte Form- und Kontrastwahrnehmung verursacht wird, bleibt zu erforschen.

Schlüsselwörter Axiale Augenlänge - Augenwachstum - Kücken - Laser Doppler Interferometrie

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S. 388-391 (Art. 325)

Clinical evaluation of impression cytology for the diagnosis of superficial viral eye diseases
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die Impressionszytologie ist eine nicht invasive Methode zur schonenden Materialgewinnung für die Diagnostik oberflächlicher Augenerkrankungen. Da virusinfizierte Epithelzellen ihre Verankerung im Gewebe lockern, sind sie für die Materialgewinnung mittels Impressionszytologie besonders geeignet. Wegen technischer Schwierigkeiten mit den bis anhin verwendeten Membranen konnte sich die Impressionszytologie im ophthalmologischen Alltag bislang nicht durchsetzen. Ziel dieser Studie war die Erarbeitung einer praxistauglichen Technik der Impressionszytologie, um die theoretischen Vorteile dieser Methode für die Diagnostik viraler Oberflächenerkrankungen nutzen zu können.

Material und Methode Bei 52 Patienten mit vermuteter viraler Oberflächeninfektion wurde nach Tropfanästhesie eine Impressionszytologie mittels Biopore Membran auf einem Einweghalter abgenommen. Nach Lufttrocknung wurden die Zellen direkt auf den Membranen mit Virusantikörpern beschichtet und das Ergebnis histochemisch oder mittels Fluoreszenzantikörpern visualisiert.

Ergebnisse Mittels Impressionszytologie konnten in 21 von 38 klinisch vermuteten Fällen Herpes-simplex-Viren (HSV), in 3 von 4 Fällen Varizella-Zoster-Viren (VZV) und in 2 von 10 Fällen Adenoviren nachgewiesen werden. Die positiven Resultate der Impressionszytologie wurden mit der Viruskultur oder der Polymerase Kettenreaktion (PCR) bestätigt. Keiner der impressionszytologisch negativen Fälle von HSV- oder VZV-Infektionen zeigte ein positives Resultat in der Kultur. Resultate waren mit dieser Technik nach einer (Immunfluoreszenz) bis vier Stunden (Immunhistochemie) erhältlich.

Schlußfolgerung Die Impressionszytologie mit direktem Antigennachweis auf der Membran ist eine einfache, rasche, sensitive und damit praxistaugliche Methode zur Diagnostik viraler Oberflächeninfektionen.

Schlüsselwörter Impressionszytologie - Diagnostik - Viren

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S. 392-393 (Art. 326)

Unilateraler akkommodativer Spasmus: eine diagnostische Falle!
Unbekannter Autor

Hintergrund Akkommodations-Konvergenz-Spasmus (Naheinstellungsspasmus) tritt gewöhnlich beidseitig auf, gefolgt von einer höhergradigen Myopie, Konvergenz und Miosis. Einseitiger Akkommodationsspasmus wird selten beobachtet.

Patienten Es wurden 3 weibliche Patienten (Alter zwischen 10 und 19 Jahren) untersucht, bei denen in 2 Fällen eine Retrobulbärneuritis und in 1 Fall eine dekompensierte Esophorie vermutet worden war.

Ergebnisse Alle Fälle präsentierten einen einseitigen Akkommodationsspasmus mit der zur höhergradigen Myopie passenden Sehschärfenverminderung (P3,5 bis P11,75 dpt). Abgesehen davon waren die Ergebnisse der neuroophthalmologischen Untersuchung normal.

Schlußfolgerungen Einseitiger Akkommodationsspasmus ist selten und kann eine Retrobulbärneuritis oder einen konvergierenden Strabismus vortäuschen. Die 3 Komponenten des Akkommodations-Konvergenz-Spasmus müssen nicht immer vorhanden sein. Die Erkenntnis dieses Umstands ist wichtig, um den Patienten vor unnötigen, kostenintensiven und potentiell schädigenden Untersuchungen bewahren zu können.

Schlüsselwörter Akkommodationsspasmus - Naheinstellungsspasmus - Pseudokurzsichtigkeit - Konvergenz

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S. 394-396 (Art. 327)

Die Photopsien: oft verkannte Symptome - elektroretinographisch aufgeklärt
Unbekannter Autor

Hintergrund Die Photopsien sind nicht-formierte, visuelle Halluzinationen, welche die Form von blinkenden Lichtern oder flackernden Kerzen annehmen. Sie unterscheiden sich klar von den Phosphenen durch ihre reduzierte Intensität und ihren persistierenden Charakter.

Ziel Beschreibung der klinischen Präsentationen von Patienten, die sich über Photopsien beklagen, sowie von assoziierten elektrophysiologischen Anomalien.

Patienten und Methoden Bei 4 Patienten wurde der Status mit klinischen, psychophysischen, angiographischen und elektroretinographischen Untersuchungen erhoben.

Resultate Ganzfeld Electroretinographie konnte als die brauchbarste Untersuchung identifiziert werden, welche eine Dysfunktion der äußeren und inneren Netzhautschichten, sowie der Stäbchen und Zapfen ermöglicht.

Schlußfolgerung Die Photopsien sind oft Phänomene, welche durch Läsionen der Netzhautzellen bedingt sind. Die Elektroretinographie ist das Instrument der Wahl, welches eine präzise Diagnostik dieser Dysfunktionen erlaubt.

Schlüsselwörter Photopsien - ERG - Nachtblindheit - paraneoplastische Retinopathie - CAR - AZOOR - AIBSE

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S. 397-399 (Art. 328)

Das Syndrom des stillen Sinus: Ursache einer transitorischen vertikalen Diplopie
Unbekannter Autor

Hintergrund Die Differentialdiagnose einer transitorischen vertikalen Diplopie beeinhaltet die Myasthenia gravis, die endokrine Orbitopathie, die Multiple Sklerose sowie eine Dekompensation einer Phorie.

Ziel Beschreibung des Syndroms des stillen Sinus, einer ungenügend bekannten Krankheit.

Methoden Klinische Beschreibung und Resultate von paraklinischen und pathologischen Untersuchungen eines 55jährigen Patienten mit erworbener transitorischer vertikaler Diplopie.

Ergebnisse Eine Hypoglobie und ein Enophthalmus waren vorhanden. Der Orbitaboden war stark verdünnt und um 8 mm herabgesetzt ohne Störung der Kontinuität. Der Sinus maxillaris war mit Mukocele-ähnlichem Gewebe ausgefüllt.

Schlußfolgerungen Die ophthalmologischen Manifestationen von Sinuspathologien sind nicht immer offensichtlich, und eine sorgfältige klinische Untersuchung erlaubt oft eine Einengung der Diagnose.

Schlüsselwörter
Stiller-Sinus-Syndrom - vorübergehende vertikale Diplopie - Mucocele

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S. 400-402 (Art. 329)

Infantile myofibromatosis - case report
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Ein 4 Monate altes Kind mit einem rasch wachsenden Tumor in der linken Braue wurde uns zugewiesen, da sich nach einer auswärtig durchgeführten Excision, innert 14 Tagen ein Rezidiv gebildet hatte. Wir excidierten den Tumor im Gesunden.
Histopathologische Untersuchung Sternförmig begrenzter Tumor aus Bündeln von sich durchflechtenden, spindligen Zellen.
Immunhistochemisch wiesen die Tumorzellen Aktin auf, sodaß es sich um Myofibroblasten handelte, was für die Diagnose einer infantilen Myofibromatose beweisend war.
Die infantile Myofibromatose gehört zu der heterogenen Gruppe von seltenen in der Kindheit auftretenden Fibromatosen, die durch eine Proliferation von Myofibroblasten charakterisiert sind.In der Regel handelt es sich um solitäre Tumoren mit benignem Verlauf nach Excision in toto.

Schlüsselwörter Infantile Myofibromatose - Orbitatumor

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S. 403-404 (Art. 330)

The Susac syndrom - a case report
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Das Susac-Syndrom wird oft als Multiple Sklerose fehlgedeutet. Das Ausbleiben einer frühzeitigen Diagnose läßt sowohl den Arzt wie auch den Patienten in Bezug auf Interpretation, Diagnose und Prognose der vorgefundenen Krankheit im Ungewissen.

Patient Wir möchten über dieses Syndrom in Form einer Fallbeschreibung berichten.

Schlußfolgerung Die Erkrankung tritt vor allem bei jüngeren Frauen auf und ist definiert als die Trias mit retinalen Arterienastverschlüssen, Hörverminderung und Encephalopathie.

Schlüsselwörter Susac-Syndrom - Multiple Sklerose-Differentialdiagnose - Arterienastverschluß - Encephalopathie - Hörverminderung

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S. 405-406 (Art. 331)

Excimer laser phototherapeutic keratectomy in treating Schnyder cristalline corneal dystrophy
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Fragestellung Es wird untersucht, ob sich durch die Behandlung der Schnyder kristallinen Hornhautdystrophie mit einer therapeutischen Photokeratektomie (PTK) eine perforierende Keratoplastik vermeiden läßt.

Methoden Es werden die Angehörigen einer Familie mit autosomal dominanter Schnyder kristallinen H.H.dystrophie über drei Generationen untersucht. Zwei junge betroffene Mitglieder mit frühzeitigem invalidisierendem Visusverlust werden mit PTK behandelt.

Resultate Die Sehschärfe des Probanden mit der typischen kristallinen Form der Schnyder H.H.dystrophie verbesserte sich durch PTK von 3/10 auf 8/10. Die Probandin mit der diffusen, nichtkristallinen Form der Schnyder Hornhautdystrophie zeigte eine Verbesserung der Sehschärfe durch PTK von 3/10 auf knapp 6/10.

Schlußfolgerung Bei sorgfältiger Indikation kann die therapeutische Photkeratektomie mit Excimerlaser bei der Behandlung der Schnyder Hornhautdystrophie eine interessante Alternative zur perforierenden Keratoplastik darstellen.

Schlüsselwörter Therapeutische Photokeratektomie - Excimer - kristalline Hornhautdystrophie Schnyder

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S. 407-409 (Art. 332)

Non Hodgkin lymphoma of the conjunctiva
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Hintergrund Die lymphatischen Tumore der Bindehaut gehören zu den seltenen Neoplasien und können primär als isolierte Gewebsneubildung oder sekundär im Rahmen einer Systemerkrankung des lymphatischen Systems auftreten.

Patienten Anhand von 2 Patienten werden die Schwierigkeiten der klinischen Diagnose und der histologischen Beurteilung der Probeexzisionen bezüglich Dignität aufgezeigt. Bei beiden Patienten wurde die Strahlentherapie als Therapie der Wahl durchgeführt.

Ergebnisse Über den Therapieerfolg und die Verlaufskontrolle werden wir berichten.

Schlüsselwörter Non-Hodgkin-Lymphom - MALT-Lymphom - Conjunctiva

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S. 410-412 (Art. 333)

Fadenoperation nach Cüppers als Behandlung der Pseudoptosis; zwei Fallbeispiele
Unbekannter Autor

Hintergrund Nach dem Heringschen Gesetz zieht eine Augenmuskellähmung einen Anstieg des Innervationsimpulses für diesen Muskel und seinen kontralateralen Synergisten nach sich. Die retroäquatoriale Myopexie (Fadenoperation nach Cüppers), mit oder ohne Rücklagerung des Muskels, ist mit einer iatrogenen Lähmung vergleichbar.

Methode Zwei Patienten, 16 und 5 Jahre alt, mit einer Hypotropie, Heberlähmung und Pseudoptosis des Oberlides, wurden mit einer Fadenoperation und einer Rücklagerung des M. rectus superior der gesunden Seite behandelt.

Ergebnisse In beiden Fällen verbesserte der Eingriff bleibend die Lidspaltenöffnung und die Vertikalabweichung.

Schlußfolgerungen Bereits von Cüppers beschrieben, jedoch wenig benutzt, ist dieses chirurgische Vorgehen eine interessante Operationsindikation in Fällen von partieller Ptosis in Verbindung mit einer Hypotropie.

Schlüsselwörter Pseudoptosis - Cüppers Fadenoperation - Gegenparese

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S. 413-415 (Art. 334)

Die Mucormykose: eine breitgefächerte Palette von klinischen Präsentationen
Unbekannter Autor

Einführung Die rhinocerebrale Mucormykose ist eine opportunistische Infektion, die meistens bei diabetischen oder immunosupprimierten Patienten vorkommt.

Patienten und Methoden Beschreibung der klinischen Bilder der Mucormykose. Klinische und pathologische Beschreibung von 3 Patienten mit einer Mucormykose.

Resultate Bei einem Patienten war das Auftreten der Mucormykose das erste Zeichen eines juvenilen Diabetes, welcher einen generell guten Verlauf nam. Der Verlauf beim zweiten, als Diabetiker bekannten Patienten, war fatal. Beim dritten Patienten erfolgte die Infektion fulminant mit fatalem Ausgang im Rahmen einer Immunsuppression, und die Diagnose wurde postmortem gestellt.

Schlußfolgerung Diese 3 Fälle unterstreichen die verschiedenen ophthalmologischen Manifestationen sowie die zum Teil problematische Diagnostik der rhino-cerebralen Mucormykose.

Schlüsselwörter Mucormykose, rhino-orbito-zerebral

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S. 416-417 (Art. 335)

Interleukin - 10 Found in the vitreous, in uveitis associated to cerebral lymphom
Unbekannter Autor

Zusammenfassung

Die Unbekannter Autoren berichten über einen 46jährigen Mann mit einer chronischen unilateralen Vitritis. Im April 1992 war die Diagnoses eines cerebralen Lymphom gestellt und im April 1994 ein Nasennebenhöhlen-Rezidiv mit Chemotherapie and Bestrahlung therapiert worden. Eine erste Vitritis wurde im July 1994 mit Prednisolone-Augentropfen behandelt (Der Augenartzt kannte die Diagnose nicht). Eine zweite Vitritis im May 1996 zwang zur Durchführung einer Vitrektomie. Die Bestimmung des Interleukin-10-Spiegels zeigte einen starken erhöhten Wert, welcher den Beweis für ein okulares Lymphom-Rezidiv erbrachte. Der Patient verstarb in März 1997.

Schlüsselwörter Interleukine-10 - Vitritis - cerebrales Lymphom

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