Einfache Optikusatrophie bei chronisch-subduralem Hämatom

Elke Müller, Hartmut Wenkel

Augenklinik mit Poliklinik der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

Vorstand: Prof. Dr. G.O.H. Naumann

 

Patient Ein 68jähriger Patient, bisher extern mit antiglaukomatösen Tropfen behandelt, wurde mit Verdacht auf einfache Optikusatrophie in die Augenklinik eingewiesen. Diese war im Rahmen einer Routineuntersuchung beim Augenarzt aufgefallen. Der Patient berichtete über einen Sturz vor drei Monaten, wobei allerdings der Kopf nicht verletzt worden war. Der Visus am rechten Auge betrug 0,8, links 0,5. Die Ophthalmoskopie zeigte links mehr als rechts eine blasse Papille mit Verdacht auf einfache Optikusatrophie insbesondere im temporal oberen Quadranten des linken Sehnervenkopfes (Abb. 1a und b). Es wurde daraufhin ein Schädel-CT veranlaßt. Hierbei zeigte sich ein chronisch-subdurales Hämatom fronto-parietal rechts mehr als links mit leichter Kompression des rechten Seitenventrikels und Verstreichen der Hirnwindungen (Abb. 2a und b). Der Patient wurde noch am selben Tag in die neurochirurgische Klinik eingewiesen zur Trepanation und Entleerung der Hämatome.

Zusammenfassung Auch bei asymptomatischen Patienten sollte bei augenärztlichen Routineuntersuchungen eine genaue Papillenbeurteilung erfolgen, um eine glaukomatöse oder einfache Optikusatrophie auszuschließen.

Schlüsselwörter Einfache Optikusatrophie - Chronisch-subdurales Hämatom

Abb. 1a
Abb. 1b

Abbildungen

1a und b: Papillen eines 68jährigen Patienten mit chronisch-subduralem Hämatom.

Am linken Auge deutliche Abblassung des temporal oberen Papillenquadranten.

2a und b: Schädel-CT: Chronisch-subdurales Hämatom fronto-parietal rechts mehr als links mit leichter Kompression des rechten Seitenventrikels und Verstreichen der Hirnwindungen.

Abb. 2a Abb. 2b